Jesaja (53,5)

Endlich hatte die Frau von Peter eine Lösung für seine Arbeitsprobleme gefunden. Peter war nämlich sehr unzufrieden mit seinem Job. Jeden Abend kam er verzweifelt nach Hause. Schlecht gelaunt ging er in die Arbeit und noch trauriger verließ er sie.

Peter war nämlich Sozialarbeiter. Die Leute kamen mit ihren Problemen zu ihm, um zu einer Lösung zu kommen. Doch selten schaffte es Peter, eine befriedigende Lösung den Leuten mitzuteilen. Und genau das deprimierte ihn. Die Menschen kamen unglücklich bei ihm an und verließen ihn im selben Zustand. Jeden Tag mit ungelösten Problemen zu kämpften, hatte ihn über die Jahre zu einem deprimierten Mann gemacht. Doch wenigstens hatte er seine Frau, die er sehr liebte und bei der er Trost bekam.

Aber seine Frau, Helena, saß schon sehr lange im Rollstuhl, sie war nämlich gelähmt. Sie konnte nicht einmal ihren eigenen Rollstuhl rollen. Ihr Status wurde von den Ärzten als Stufe 5 bezeichnet. Das ist ziemlich hoch, wenn man bedenkt, dass der höchste Wert 7 beträgt. Stufe 7 wäre ein Zustand, bei dem man im Koma liegt und kaum ansprechbar ist. Helena brauchte viel Hilfe, Geduld und Pflege, die ihr Mann ihr anbot. Das Einzige, das sie besaß, war noch ihr Verstand, ihre Intelligenz und die Fähigkeit zu sprechen. Peter, ihr Mann, kümmerte sich liebevoll um sie und sie war es auch, bei dem er sein Leid ausschüttete und sich über seine Arbeit beklagte. Und Helena hatte vollstes Verständnis dafür.

Teilweise kamen die Leute mit ihren Eheproblemen zu Peter, wobei diese Eheprobleme manchmal ziemlich lächerlich und unnötig waren. Denn Peter konnte einfach nicht verstehen, warum sich Leute scheiden lassen wollen, weil der Partner nicht hübsch genug war. Bei diesen Leuten hatten die inneren Werte keine Bedeutung. Denn die Leute werden im Allgemeinen immer egoistischer und verstehen die Bedeutung der wahre Liebe überhaupt nicht. Heutzutage können die Leute nicht mehr die Lust und die Liebe unterscheiden. Wenn man ihnen erklärte, dass Liebe das Geben ist, sahen sie einen an, als ob man eine andere Sprache spricht. Die Scheidungsrate und die Zahl der unglücklichen Kinder werden immer höher.

In solchen Fällen konnte Peter keine Lösung finden, da es nicht einmal ernst zu nehmende Probleme waren. So schleppte sich Peter täglich quälend zur Arbeit.

Eines Tages hatte seine Hoffnungslosigkeit den Höhepunkt erreicht, da sein Chef nun auch bekannt gab, dass die ganze Sozialabteilung nicht einmal 3% der Probleme lösen kann. Der Chef sah die Schuld bei seinen Mitarbeitern und so schlug er vor, die Mitarbeiter fortzubilden, das Peter aber vielleicht von seiner Frau, die auf ihn angewiesen war, entfernen könnte, da die Weiterausbildung in einem anderem, weit weg gelegenem Bundesland liegen würde.

Nachdem Peter Helena dies erzählte, hatte Helena eine schlaflose Nacht, doch früh am Morgen weckte sie lächelnd ihren Mann und sagte: „Ich habe eine Lösung für dein Problem gefunden. Nimm mich morgen mit zur Arbeit!“ Peter war sehr  überrascht und er fragte: „Bist du sicher? Aber wie willst du mir helfen?“ Doch seine Frau war so überzeugt von dem, was sie sprach und so glaubte er ihr, da er ungefähr verstand, was sie vorhatte.

Also bestellten beide für den nächsten Tag ein spezielles Taxi, in das man mit dem Rollstuhl hineinfahren kann.  Bei der Arbeitsstelle angekommen,  blieb Helena unten beim Eingang stehen und sagte: „Geh jetzt in dein Büro und dann komm mit den Leuten mit schwierigen Problemen  zu mir hinunter!“ Peter war einverstanden, da er nun genau verstand, was sie meinte.

Helena musste nicht lange warten, schon kam ihr Mann mit einem Ehepaar hinunter zu ihr. Das Problem der beiden Partner war, dass der Mann meinte, seine Frau sei zu dick. Helena begann, den beiden Eheleuten von ihrer Behinderung zu erzählen und, dass sie trotzdem mit ihrem Mann seit 30 Jahren verheiratet ist, obwohl sie ein schwieriger Pflegefall war. Peter und Helena standen als Vorbilder vor ihnen und den Verheirateten ging ein Licht auf und sie sahen ein, dass es ihnen sehr gut geht. Wenn es Helena und Peter schafften, dann konnten sie es locker schaffen, eine schöne Ehe zu führen.

Ein nächstes Problem war, dass eine Ehefrau verzweifelt war, da ihr Mann seit eineinhalb Jahren keine Arbeit fand und so sie fast alle Rechnungen übernehmen musste. Sobald die Ehefrau die wahre Liebe zwischen Peter und Helena sah, war sie sofort anderer Meinung.

Dank Helena ließen sich viel mehr Fälle lösen als zuvor. Helenas Idee wirkte sich auf die ganze Abteilung aus. Die Zahl der gelösten Fälle stieg von 3% auf 75%. Der Chef war begeistert und er wollte den Grund dafür wissen. Peter erklärte ihm die Idee seiner Frau. Der Chef zeigte sich dankbar und wollte ab nun immer die Spezial- Taxikosten übernehmen, da Helena nun oft gebraucht wurde. Zudem wurde für ihre Vorbildehe ein Fest unter dem Motto „Die wahre Liebe“ organisiert. Noch einmal dankte Peter Helena, worauf sie antwortete: „Das, was ich gemacht habe, lässt sich nicht vergleichen mit dem, was du jeden Tag seit vielen Jahren für mich machst.

 

 

Auch durch die Kreuzigung, also durch das Zerreißen und das Durchbohren des Körpers unseres Herrn und Geliebten Jesus Christus, werden wir geheilt.

 

Maria und Katharina  24.06.12