Die Märtyrerin, Hl. Sophia

(geb. Badraschin-Ägypten)

Sophia hatte echt nette Nachbarn. Sie wohnten gegenüber von ihr, sie sahen sich täglich und verstanden sich auch sehr gut. Sie waren echt sehr liebe Menschen und das, was Sophia am meisten gefiel, war die wahre Liebe, die sie immer spürte, wenn sie mit ihnen sprach.

Ihre Nachbarn hatten aber einen anderen Glauben, sie waren Christen, Sophia jedoch betete die Götzen an. Doch wegen der Höflichkeit und Liebe ihrer Nachbarn, reagierte Sophia dem christlichen Glaube gegenüber nicht abweisend, sondern interessierte sich dafür, da ihre Nachbarn den Glauben so attraktiv machten. So entstanden auch Gespräche über das Christentum zwischen ihnen.

Einmal fragte Sophia: „Welche Götter betet ihr an und warum?“      Die Nachbarn antworteten: „Wir beten nur einen Gott an, den einzigen und wahren Gott, Jesus Christus. Er ist es, der für uns durch seinen eigenen Willen starb und von den Toten auferstanden ist, um unsere Sünden zu vergeben.“                                                                Doch Sophia war verwirrt und fragte:  „Wie kann ein Gott sterben? Götter sind doch unsterblich.“                                                                    Sie gaben als Antwort: „Um sterben zu können, musste er als Mensch zu uns kommen, doch seine Menschheit war mit seiner Gottheit vereint, deshalb konnte er von den Toten auferstehen.“               Sophia fragte weiter: „Und wieso geht ihr jeden Sonntag in die Kirche, wieso ist es so von Bedeutung, dass man regelmäßig dorthin geht?“                                                                                                            Die Nachbarn sagten: „ In der Kirche bekommen wir das Kostbarste, nämlich den wahren Leib und das wahre Blut Jesu Christi.“         

Ihre Nachbarn erzählten ihr noch viel von Jesus Christus, seine Liebe zu den Menschen und das ewige Leben. Die junge Frau interessierte sich sehr, stellte viele Fragen und war sehr beeindruckt. Bald boten ihr die Nachbarn an, mit ihnen mit in die Kirche zu kommen.

Sophia fragte: „Darf ich überhaupt als Andersgläubige dorthin?“      Die Nachbarn antworteten: „Natürlich, in der Kirche ist jeder willkommen.“

Sophia freute sich darüber und kam mit. Als Sophia dann die Kirche betrat, den Gesang hörte und den Weihrauchgeruch roch, fühlte sie sofort Friede und Freude. Sie war begeistert von den vielen Heiligen Bildern, die so viel Liebe ausstrahlten, ganz anders, als die Götzen aus Stein. Sophia hörte aufmerksam bei den Lesungen und dem Evangelium zu und was sie nicht verstand, fragte sie später ihre Nachbarn.

Ihre Begeisterung, Beeindruckung und ihr Interesse stieg und immer mehr befasste sie sich mit dem Glauben bis sie schließlich zum Bischof von Manf ging und sich taufen ließ. Sie war nun eine endgültige, überzeugte Christin. Sie ging regelmäßig in die Kirche, nahm die Kommunion und betete mehrmals am Tag.

Doch der Herrscher Claudianus der Stadt, in der sie lebte, erfuhr davon und ließ sie durch einen Soldaten zu sich bringen. Er befragte sie und sie bezeugte ihren Glauben und erklärte auch warum.

Der Herrscher Claudianus fragte sie: „Ich habe gehört, du hast die Götzen verlassen, warum?                                                                         Sophia antwortete: „Mir wurden die Augen geöffnet und ich habe nun den einzigen, wahren Gott gefunden.“                                                 Er drohte ihr: „Doch die Götzen sind nun gekränkt und werden dir Schlimmes antun, also verlasse deinen Gott!“                                                                                   Sophia entgegnete: „Diese Götzen sind nur Steine, sie können mir nichts anhaben. Und ich habe gerade den wahren und einzigen richtigen Gott gefunden, warum sollte ich ihn jetzt wieder verlassen?“                                                                                                    Der Herrscher war nun zornig und sagte: „Ich stelle dich vor die Entscheidung. Entweder du kehrst zu den Götzen zurück oder du stirbst.“                                                                                                          Sophia sagte entschlossen: „Ich wähle den Tod!“    

Von da an fing die Folter an, in der Hoffnung, dass sie ihre Meinung ändern würde. Er ließ sie lange auspeitschen mit Kuhnervenpeitschen, die Schmerzhafteste von allen. Doch Sofia war stark im Glauben und blieb standhaft. Claudianus ließ ihre Gelenke verbrennen, doch durch ihre Gebete und Bitten empfing sie Hilfe von Gott, um die Qual auszuhalten. Trotz ihrer Schmerzen schrie sie: „Ich bin Christ! Ich bin Christ!“ Um sie zum Schweigen zu bringen, wurde ihre Zunge abgeschnitten und sie wurde in ihre Zelle geschickt.

Auch dort betete sie zu Gott, damit er den Soldaten und dem Herrscher verzeihen würde. Claudianus schickte dann seine eigene Frau zu ihr in die Zelle und versprach ihr viele Belohnungen, wenn sie es schaffte, Sophia zu überzeugen, sich von ihrem Glauben abzuwenden. Doch Sophia blieb stark und deswegen ließ Claudianus sie köpfen.

Nach ihrem Tod gab eine christliche Frau den Soldaten viel Geld, um den Leib Sophias zu bekommen. Sie umhüllte ihn mit Leinengewändern und behielt ihn bei sich zuhause. An ihrem Todestag geschahen jährlich Wunder und es kam helles Licht und Weihrauch aus ihrem Körper. Später zur Zeit des Kaisers Konstantin, erfuhr der Kaiser ihre Geschichte und hörte von ihren Wundern. Er wollte ihren Segen in seiner Hauptstadt, Konstantinopel, der heutigen Türkei,  und ließ dort eine große Kathedrale bauen und setzte ihren Körper dort bei.

 

Das war die Geschichte der Hl. Sophia. Ihr Segen und ihre Gebete seien mit uns. Amen. 

Quellen: Synaxarium am 5.Tut

                 Buch: Bustan al kidisat von der koptisch orthodoxen Diözese   Gerga, Ägypten                             

Maria und Katharina 02.09.2012 - www.kopten.at

 

http://t2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQIqwl19mayfOTtixmiz4uW6czXSjNpaFEr5Q2pgXK7syFgDHAmDg

Pin It

Tägliche Andachten

,,Gott liebt uns mehr als Vater, Mutter, Freund oder son...

,,Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue ...

,,Ich weiß nicht, wann oder wie wir die Erde verla...

,,Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich ...

,,Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt...

,,Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mi...

Neueste Artikel

    Der Jugenddienst hat die Konferenzen für die Se...

Am Freitag, den 24.2.2012 besuchten zwei 4.Volksschulenk...

S.E. Bischof Anba Pola wird am Samstag, den 10.03.2012. ...

Er ist ein Jugendlicher, der nicht oft in die Kirche g...

S. E. Bischof Anba Gabriel wird am Samstag, den 10.03.20...

S.E. Bischof Anba Pola ist heute nach Wien gekommen. S.E...