(23.10.2012)

Bischof Kapellari wird den Preis am 27. Oktober an den koptischen Bischof für Österreich, Anba Gabriel, überreichen.

Eine hohe Auszeichnung erwartet die mehr als 5.000 Mitglieder umfassende koptische Gemeinschaft in Österreich: Ihre theologische Akademie, das "Pope Shenouda College", erhält den renommierten Kardinal-König-Preis 2012. Ursprünglich sollte der Preis in diesem Jahr dem koptischen Papst Shenouda III. verliehen werden. Der Tod des Patriarchen am 17. März durchkreuzte diese Pläne.

Der Präsident der Kardinal-König-Stiftung, Bischof Egon Kapellari, wird den Preis bei einem Festakt am Samstag, 27. Oktober 2012, in der koptisch-orthodoxen Kathedrale in Wien-Donaustadt an den koptisch-orthodoxen Bischof für Österreich, Anba Gabriel, der für die Akademie verantwortlich ist, übergeben. Mit der Preisübergabe soll auch ein "starkes Zeichen der Solidarität und Verbundenheit" mit den koptischen Christen in Ägypten gesetzt werden, so der Vizepräsident der Kardinal-König-Stiftung, Heinz Nußbaumer.

Die Preisverleihung wird auch eine bedeutende ökumenische Begegnung werden. Erwartet werden der lutherische Bischof Michael Bünker, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopus Emanuel Aydin, der methodistische Superintendent Lothar Pöll sowie Pfarrerin Aileen Hackl von der anglikanischen Kirche.

 

Neue koptische Bildungstätte

Das "Pope Shenouda College" sei "ein Herzenswunsch" des verstorbenen koptischen Papstes gewesen. Das sagte Bischof Anba Gabriel bei der Eröffnung am 22. September. Das Programm der achtsemestrigen Bachelor-Ausbildung sieht nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch eine intensive Verbindung mit der christlichen Spiritualität vor. Dabei will man sich bewusst auch "suchenden jungen Menschen" zuwenden.

Wien bot sich als Standort an, weil es hier bereits seit den 1970er-Jahren durch die Initiativen von Kardinal Franz König und die Tätigkeit der Stiftung "Pro Oriente" einen intensiven Dialog mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen gibt. Zudem sind diese Kirchen auch als gleichberechtigte Partnerinnen im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) vertreten.

Wien gehört mit etwa 4.000 koptischen Christen zu den Kopten-Metropolen Europas. Papst Shenouda III. legte 1998 gemeinsam mit dem Kardinal Christoph Schönborn den Grundstein der koptischen Kathedrale. Seit 2003 ist die Gemeinschaft auch staatlich anerkannt.

 

Wahl des neuen koptischen Papstes

Der Nachfolger von Papst Shenouda soll am 4. November feststehen. Am 29. Oktober wird in Kairo eine Wahlversammlung von über 2.400 Geistlichen und Laien zusammentreffen, um den Kreis von aktuell fünf Kandidaten auf drei einzuschränken. Zur Wahl stehen drei Mönche sowie der Kairoer Weihbischof Raphael und der Weihbischof für Beheira, Tawadros. Wer dann schließlich neues Oberhaupt der koptischen Kirche wird, entscheidet ein neunjähriges Kind durch Ziehung mit verbundenen Augen.

(red)

 

Quelle: erzdioezese-wien.at

 

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