Koptisches Papst Schenuda College erhält Preis

Das koptische „Papst Schenuda-College“ wird mit dem diesjährigen Kardinal-König-Preis ausgezeichnet. Bischof Kapellari wird den Preis am 27. Oktober überreichen.

Hohe Auszeichnung für die mehr als 5.000 Mitglieder umfassende koptische Gemeinschaft in Österreich: Ihre theologische Akademie, das Papst Schenuda College, erhält den renommierten Kardinal-König-Preis 2012. Ursprünglich sollte er an Papst-Patriarch Schenuda III. verliehen werden. Der Tod des Patriarchen am 17. März durchkreuzte diese Pläne.

Feierliche Überreichung

Der Präsident der Kardinal-König-Stiftung, Bischof Egon Kapellari, wird den Preis bei einem Festakt am Samstag, 27. Oktober, um 18 Uhr in der koptisch-orthodoxen Kathedrale in Wien-Donaustadt, dem koptisch-orthodoxen Bischof für Österreich, Anba Gabriel, der für die Akademie verantwortlich ist, überreichen. Mit der Preisübergabe soll ein „starkes Zeichen der Solidarität und Verbundenheit“ mit den koptischen Christen in Ägypten gesetzt werden, so der Vizepräsident der Kardinal-König-Stiftung, Prof. Heinz Nußbaumer. Nußbaumer wird die Laudatio halten.

Die Preisverleihung soll auch eine ökumenische Begegnung werden. Ihr Kommen zugesagt haben u.a. der lutherische Bischof Michael Bünker, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopus Emanuel Aydin, der methodistische Superintendent Lothar Pöll sowie Pfarrerin Aileen Hackl von der anglikanischen Kirche.

Neue koptische Bildungstätte

Das Papst Schenuda College war am 22. September mit einer Vesper in der koptisch-orthodoxen Kathedrale in Wien-Donaustadt offiziell eröffnet worden. Bischof Anba Gabriel sagte damals, die Errichtung dieser Bildungsstätte sei ein Herzenswunsch des verstorbenen Papst-Patriarchen gewesen.

Das Programm der achtsemestrigen Bachelor-Ausbildung sieht nicht nur Wissensvermittlung, sondern ebenso eine intensive Verbindung mit der christlichen Spiritualität vor. Dabei will man sich bewusst „suchenden jungen Menschen“ zuwenden. Dem Lehrkörper gehören u.a. auch Theologen aus Deutschland und Italien an. Das College hat inzwischen den Betrieb mit 15 Studenten aufgenommen - mehr dazu in: Theologisches Studium für Kopten in Wien.

Koptischer Papst Schenuda III. und Kardinal Franz König 1998

APA/Robert Jaeger

Der koptische Papst-Patriarch Shenouda III. und Kardinal Franz König 1998.

Wien bot sich als Standort an, weil es hier bereits seit den 1970er-Jahren durch die Initiativen von Kardinal Franz König und die Tätigkeit der Stiftung „Pro Oriente“ einen intensiven Dialog mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen gibt. Zudem sind diese Kirchen auch als gleichberechtigte Partnerinnen im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) vertreten.

4000 Kopten leben in Wien

Wien gehört zu den Kopten-Metropolen Europas. Papst Schenuda III. legte 1998 gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn den Grundstein für die koptische Kathedrale im Nordosten Wiens. Etwa 4.000 Angehörige der bedrängten Minderheit aus Ägypten leben heute in Wien. Seit 2003 ist die Gemeinschaft auch staatlich anerkannt. Die österreichische Hauptstadt ist eine der Metropolen der Diaspora in Europa. Keine andere deutschsprachige Stadt versammelt so viele Kopten.

In den USA leben heute laut Schätzungen etwa zwei Millionen Kopten, in Deutschland rund 10.000. Allein Wien, wo sich der Großteil der Community befindet, gibt es vier koptisch-orthodoxe Kirchen. Seit 2000 betreut Bischof Anba Gabriel als oberster Hirte die Kopten in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Im ehemaligen Prinz-Eugen-Schloss in Obersiebenbrunn nahe Gänserndorf gibt es ein koptisches Kloster. Viele Kopten verdingten sich in den ersten Jahren wie andere Ägypter als Zeitungsverkäufer auf den Straßen Wiens.

Schenuda-Nachfolger soll im November feststehen

Der Nachfolger von Papst Schenuda soll am 4. November feststehen. Am 29. Oktober wird in Kairo eine Wahlversammlung von über 2.400 Geistlichen und Laien zusammentreffen, um den Kreis von aktuell fünf Kandidaten auf drei einzuschränken. Zur Wahl stehen drei Mönche sowie der Kairoer Weihbischof Raphael und der Weihbischof für Beheira, Tawadros. Wer dann schließlich neues Oberhaupt der koptischen Kirche wird, entscheidet ein neunjähriges Kind durch Ziehung mit verbundenen Augen - mehr dazu in: Kopten wählen Papst bereits im November.

KAP

Quelle: ORF.at

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