Alle Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich werden bei Feier am 31. März vertreten sein
29.03.2012

Wien, 29.03.2012 (KAP) Für den am 17. März verstorbenen koptischen Papst-Patriarchen Schenuda III. findet am Samstag, 31. März, um 17 Uhr in der koptisch-orthodoxen Kathedrale (1220 Wien, Quadenstraße 4) eine Gedenkfeier statt. Alle Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich werden bei der Feier vertreten sein, zu der der koptisch-orthodoxe Bischof für Österreich, Anba Gabriel, eingeladen hat. Eine Gedenkmesse für den verstorbenen Patriarchen wird am Montag, 2. April, um 9 Uhr in der koptisch-orthodoxen Kathedrale zelebriert.

Am vergangenen Sonntag hatte Anba Gabriel in seiner Predigt in der Kathedrale die außergewöhnliche Energie des verstorbenen Papst-Patriarchen gewürdigt, der ein intensives Gebetsleben mit unermüdlicher Tätigkeit zu verbinden gewusst habe. Schenuda III. habe der koptischen Kirche vieles zurückgewonnen, was in der islamischen Zeit verloren gegangen war, so Anba Gabriel: "Er hat die Kirche in die apostolische Zeit zurückgebracht, vor allem im Hinblick auf das Gebet, das Fasten und die Feier des Gottesdienstes".

In seiner Amtszeit habe der Papst-Patriarch "eine starke Kirche weiter gefestigt". Für das Leben von Schenuda III. gelte das Bibelwort: "Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt".

Prof. Harnoncourt würdigt Schenuda III.

"Für seine Kirche wie auch für die Ökumene aller Kirchen war Schenuda III. eine herausragende und stark prägende Persönlichkeit, der auch die Machthaber Ägyptens Beachtung und Respekt schenken mussten": Das betonte der Grazer Ostkirchenexperte em. Prof. Philipp Harnoncourt in einem Beitrag für das steirische "Sonntagsblatt". Der koptische Papst-Patriarch habe größten Wert auf die spirituelle Erneuerung der koptischen Klöster gelegt, wo ja das gesamte christliche Mönchtum seinen Ursprung hat. Harnoncourt: "Er forderte, dass jeder Mönch und jede Nonne vor dem Eintritt ins Kloster in einem zivilen Beruf ausgebildet und erfolgreich tätig zu sein hat. In keinem anderen Land gibt es so viele Akademiker in den Klöstern".

Um den Jugendlichen seiner Kirche eine solide christliche Bildung und kirchliche Einbindung zu ermöglichen, habe Schenuda III. verlangt, dass jedes Kloster ein Jugendzentrum einrichten müsse. Um auch den Kindern eine religiöse Bildung und den Erwachsenen eine entsprechende Weiterbildung zu sichern, habe der Patriarch in nahezu allen Gemeinden ein effizientes Sonntags-Schulsystem durchgesetzt.

Jeden Mittwochabend hielt Schenuda III. selbst Christenlehre in der Unterkirche seiner Kathedrale in Kairo vor 6.000 bis 7.000 überwiegend jüngeren koptischen Christen, erinnerte der Grazer Theologe, der selbst drei Mal an einer solchen Katechese teilgenommen hat. Der Patriarch habe "überzeugend und verständlich" über Glaubensfragen ebenso wie über aktuelle Probleme des Familien- und des Berufslebens gesprochen.

Prof. Harnoncourt unterstrich in seinem "Sonntagsblatt"-Beitrag auch die enge Zusammenarbeit des späteren Patriarchen mit der Ökumenischen Stiftung "Pro Oriente". Als "Pro Oriente" mit den altorientalischen Kirchen Kontakt aufnahm, entsandten die Kopten den Mönch, Theologen und Bischof Anba Schenuda nach Wien: "Sein Vorschlag, alte Texte der koptischen Liturgie als Zeugnisse des Glaubens seiner Kirche zu lesen, erwies sich als Ausweg aus einer 1.500 Jahre währenden und als kirchentrennend beurteilten Glaubensdifferenz."

Im Jahr 1971 - wenige Wochen vor der Wahl Anba Schenudas zum Papst-Patriarchen - wurde dann die sogenannte "Wiener christologische Formel" als "Destillat eines koptischen Eucharistiegebets" gefunden, in der katholische wie orientalische Kirchenvertreter ihren Christus-Glauben als übereinstimmend erkennen konnten. Die Formel war dann 1973 Grundlage einer offiziellen Übereinkunft zwischen Paul VI. und Schenuda III., die gegenseitigen Verurteilungen als Häretiker wurden beendet.

Im Hinblick auf die Aufstände junger Ägypter gegen die absolutistische Diktatur Mubaraks ("Arabischer Frühling") habe sich der alternde und durch schwere Krankheit geschwächte Papst-Patriarch betont zurückhaltend verhalten, so Harnoncourt. Schenuda III. habe offensichtlich erkannt, dass sich bald die Muslimbrüder, "die zunächst bestenfalls Trittbrettfahrer bei den Aufständen waren", an die Spitze der Protestbewegung setzen würden und dass dann "die koptischen Christen feindseliger Willkür ausgeliefert sein werden".

 

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