Eine Kontemplation von S.H. Papst Shenouda III

Wartest du auf Gott?

 

Die Hl.Schrift sagt: „Harre auf den Herrn! Sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf den Herrn!“ (Psalm 27:14).

Wenn du Gott um etwas bittest, lege Ihm keine bestimmten Lösungen oder eine bestimmte Zeit oder ein Datum vor. Übergib die Angelegenheit vollkommen Gott und Seiner Weisheit. Gib Gott die Möglichkeit, deine Probleme auf Seine Art und Weise zu lösen und zu dem Zeitpunkt, den Er bestimmt, gemäß Seinem Willen. Vertraue darauf, dass Gott wirkt, aber zur passenden Zeit und in der geeigneten Art und Weise. Gott versprach Adam und Eva die Erlösung und dass der Samen der Frau den Kopf der Schlange zertreten wird (Genesis 3:15). Dennoch sind Tausende von Jahren vergangen und der Kopf der Schlange wurde noch nicht zertreten. Die Schlange ist gefährlich und hebt ihren Kopf immer noch nach oben. Sie trieb die Menschen vor der Sintflut ins Verderben, ebenso verdarb sie die Menschen in Sodom und Gomorra und auch öffnete sich die Erde und verschlang Korach, Datan und Abiram. Sie verwüstete die Erde, wie auch der Psalmist sagte: „Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen einzigen!“ (Psalm 14:3).

Hat Gott etwa Seine Versprechen vergessen? Nein hat Er keineswegs. Will Gott die ganze Welt nicht erlösen? Doch, Er will sie erlösen. Aber Gott bereitete den Weg vor. Er hat den Weg mit Seinen eigenen Methoden vorbereitet. Stellt euch vor, Gott hätte Adam und Eva sofort erlöst. Wie hätten sie das gewusst oder verstanden? Gott musste den Menschen die Vorstellung des Opferns und die Idee der Erlösung lehren. Er musste den Menschen erklären, dass eine Person anstelle von anderen sterben wird. Er musste ihnen erklären, dass Der, der sterben wird, sündenlos sein muss und dass Er der eingeborene Sohn sein muss. Er musste sie auf die Vorstellung der Menschwerdung und auf die Vorstellung der Geburt von einer Jungfrau vorbereiten. Das alles braucht Zeit.

Gott plant, leitet und regelt alles mit Weisheit. Wir können Ihm keine bestimmte Zeit vorschreiben. Warte also immer auf Gott und sage zu Ihm: „Gott, ich habe diese Sache in Deine Hände gelegt und ich überlasse sie auch Deinen Händen. Ich sorge mich nicht darum, denn ich bin mir sicher, dass Du für mein Wohlergehen sorgen wirst.“

Das Wichtige hierbei ist, dass du nicht verärgert auf Gott wartest, auch nicht in Besorgnis oder in Schwachheit, sondern voller Hoffnung, Glaube, Freude und mit einem friedlichen Herzen. Warte auf Gottes Wirken und vertraue darauf, dass Er ganz sicher etwas tun wird. Sage stets: „Gott wird etwas bewirken, ich bin mir sicher. Ich bin mir sicher, dass dieses Problem gelöst wird. Ich bin mir sicher, dass Gott eingreifen wird.“

Dein Herz wird dadurch so friedlich und beruhigt sein. Denn Gottes Kinder, die auf Gott warten, sind stark. Aber es gibt welche, die ängstlich sind und sagen: „Es ist vorbei, wir sind verloren!“. Diejenigen, die so denken, werden sich tatsächlich selbst verlieren. Sie verlieren ihr Selbstbewusstsein, ihr spirituelles Leben und den Frieden in ihrem Herzen und fühlen sich komplett verloren. Es gibt einen wunderschönen Vers in Jesaja, der besagt: „Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ (Jesaja 40:31).

Hab also immer Hoffnung in Gott und bleib stark im Glauben. Trage die Last der Sorgen nicht alleine; überlasse sie Gott und Er wird sie für dich tragen. Niemand bringt uns so viel Kummer, wie unser eigener Verstand, der sich immer sorgt und uns das Leben schwer macht. Wenn du deine Probleme auf Gott lädst, wird Er dich tragen und dir helfen. Vertraue darauf, dass du deine Angelegenheiten in treue Hände gelegt und sie einem liebevollen Herzen anvertraut hast. Du musst darauf vertrauen, dass Gott dich mehr liebt, als du dich selbst. Vertraue darauf, dass Gott in Seiner Liebe zu dir, mehr für dein Wohlergehen tut, als du für dich selbst.

Sage zu Ihm: „Werde ich denn jemals so ein liebevolles Herz wie Dein Herz finden? Werde ich eine Weisheit wie Deine finden? Kann ich mich denn selbst leiten? Ich will Dir das Lenkrad (meines Lebens) überlassen und in Frieden leben, und mich gar nicht um diese Welt und ihre Sorgen und Mühen kümmern...“

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