Die Reue hilft uns, die Sünde zu hassen und sie in ihrer Ignoranz und Abscheulichkeit zu sehen, die wir davor, geblendet vom Satan, nicht sehen konnten. Dieser Hass auf die Sünde hilft uns Reinigung anzustreben und durch Gottes Gnade auch zu empfangen. „Wer seine Sünden hasst, der hört auf, zu sündigen, und wer sie beichtet, der wird Nachlass empfangen. Es ist unmöglich, mit der Gewohnheit zu brechen, eine Sünde zu begehen, wenn man zuvor keinen Hass auf sie empfindet; und es ist unmöglich, Nachlass für die Sünden zu empfangen, solange man seine Verfehlungen nicht bekannt hat. Denn das Bekenntnis seiner Verfehlungen ist die Ursache wahrer Demut.“ (ehrw. Isaak der Syrer. Homilien, 71)

Die Reue ist auch deshalb wichtig, weil es ohne sie zu der schon besprochenen Kälte, Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit in der Beziehung zu Gott kommt. Anstatt aus Fehlern zu lernen, wird die Gnade Gottes als Vorwand genommen, dies und jenes zu tun, obwohl einem genau bewusst ist, dass Gott kein Gefallen daran haben kann. Buße zu tun bedeutet, sich seines Fehlers bewusst zu werden und darüber zu trauern, dass man Gottes Herz verletzt hat, dadurch kann Erneuerung geschaffen werden, denn: „Wer in eine Sünde fällt, und nicht [von Herzen] darüber trauert, der gerät leicht von Neuem ins gleiche Netz“ (ehrw. Markos der Asket. Homilien, 2.215).

Gott weist die, die zu Ihm kommen möchten, nie ab. Dies haben wir schon oft behandelt und dies muss auch jederzeit in Erinnerung gehalten werden, damit das Leben ein hoffnungsvolles ist und nach der Sünde zur Reue führt, nicht zur Hoffnungslosigkeit.

„Gott reinigt deine Sünden, wenn du selbst immer unzufrieden mit dir bist und dich weiter änderst, bis du die Vollkommenheit erreicht hast.“ (sel. Augustinus. Brief an die Parther, I.7) Strebe also durch die Reue die Nähe Gottes an, damit du durch sie das Leben erlangst.

Wir sind zur Heiligkeit berufen. Leider glauben wir oft, die Heiligen sind nur jene Personen, die abgebildet in Ikonen unsere Kirchen schmücken und für uns Fürsprache ablegen. Die Wahrheit ist aber, dass wir alle heilig sein können und sogar sollen. Die Reue ist die Basis dafür. „Die Heiligen waren ebensolche Menschen, wie wir. Viele von ihnen haben die Erfahrung schwerer Sünden gemacht, aber durch die Buße haben sie das Himmelreich erlangt. Und alle, die dorthin kommen, gehen durch die Umkehr, die uns der barmherzige Herr durch seine Leiden geschenkt hat“ (ehrw. Siluan vom Berg Athos. Schriften, XII.10).

Wir haben uns mit der Gefahr und den möglichen Ursachen der Oberflächlichkeit in der Beziehung zu Gott befasst – wie kann man Ihn nun besser kennenlernen und Ihm näherkommen? „Um eine Vorstellung von den ägyptischen Pyramiden zu bekommen, muss der Mensch entweder denen glauben, die schon in unmittelbarer Nähe dieser Pyramiden waren, oder selbst dort sein. Es gibt keine dritte Möglichkeit. Ebenso kann man eine Vorstellung von Gott bekommen: entweder denen glauben, die sich in unmittelbarer Nähe zu Gott befanden oder sich dort befinden, oder sich darum mühen, dass man selbst in eine solche Nähe zu Gott kommt“ (hl. Nikolai Velimirovič. Gedanken zu Gut und Böse).

Tägliche Andachten

,,Gott liebt uns mehr als Vater, Mutter, Freund oder son...

,,Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue ...

,,Ich weiß nicht, wann oder wie wir die Erde verla...

,,Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich ...

,,Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt...

,,Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mi...

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