Im Neuen Bund gab zum ersten Mal eine Jungfrau dem Messias das Leben. Damit ist ihre Jungfräulichkeit nicht mehr länger ein Zeichen der Schande, seit sie durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen hatte.

Jungfräulichkeit wurde nun zum Zeichen der engen Beziehung zwischen Gott und Mensch, weshalb Paulus die Kirche „Jungfrau“ (Braut) Christi nennt (vgl. Eph 5, 23 ff.). In der Apokalypse wird die ungezählte Schar der von Gott Auserwählten dargestellt durch die 144000 „Jungfräulichen, die dem Lamme folgen, wohin es geht“ (14, 4 f.).

Jungfräulichkeit ist das Gesetz des Himmels, während Heirat nur in dieser Welt möglich ist. Heirat mit ihrem Zweck Hervorbringung von Kindern sichert das Fortbestehen des menschlichen Lebens auf der Erde, die Geschlechterfolge. Im Himmel aber stirbt niemand, infolgedessen sind Heirat und Kinderhaben nicht notwendig für den Fortbestand des himmlischen Königreiches.

Der Zustand aller Geschöpfe dort ist daher Jungfräulichkeit. So bedeutet die Jungfräulichkeit Marias bei der Menschwerdung des Sohnes Gottes die Errichtung des himmlischen Königreiches in der Menschheit. Das Volk Gottes ist zu einem neuen Leben berufen; es muss das himmlische Leben, die Jungfräulichkeit, in Herz, Geist und Seele durch die Nachfolge Jesu Christi, des himmlischen Bräutigams, praktizieren. Dies ist die Natur der Kirche im Neuen Testament, deren erstes und ideales Mitglied Maria ist.

Die Kirche nennt Maria „die Mutter allen Lebens“, „Mutter des neuen Lebens“ und „zweite Eva“. Eva verlor den Anspruch, der sich aus ihrem Namen ergab: „Mutter aller Lebendigen“ (Gen 3, 20) zu sein. Durch ihren Ungehorsam Gott gegenüber erhielt sie für ihre Kinder den Tod anstelle des Lebens und wurde so die Mutter des Todes. Ihre Tochter, die heilige Maria, trat an ihre Stelle, da sie durch ihren Glauben, ihren Gehorsam und ihre Demut im Heiligen Geist die Mutter des Lebens wurde. Sie gab den Kindern Adam Speise vom „Baum des Lebens“ (vgl. Gen 2, 9; Apk 2, 7) und damit ewiges Leben.

Der Prophet Ezechiel weist auf die ewige Jungfräulichkeit Marias hin, wenn er sagt: „Dann führte er (der Engel) mich zum äußeren Osttor des Heiligtums zurück. Es war geschlossen. Da sagte der Herr zu mir: Dieses Tor soll geschlossen bleiben, es soll nie geöffnet werden, niemand darf hindurchgehen; denn der Herr, der Gott Israels, ist durch dieses Tor eingezogen; deshalb bleibt es geschlossen. Nur der Fürst darf, weil er der Fürst ist, sich dort niedersetzen“(Ez 44, 1- 3).

Das versiegelte Osttor ist ein Sinnbild für die andauernde Jungfräulichkeit der Gottesmutter.

Nur der Herr betrat ihren Schoß; dieses Tor öffnete sich keinem anderen und seine Siegel wurden nicht geöffnet.

 „Maria trug Feuer in ihren Händen; sie umarmte die Flamme; sie gab der Flamme ihre Brust: dem Ernährer aller gab sie Milch. Wer kann von ihr erzählen?“ (Ephräm der Syrer).

Heute beginnt die Marienfastenzeit, die alle Gläubigen gerne fasten und die die Kirchengemeine in der Liebe zur heiligen Gottesmutter immer wieder stärkt. Die Gnade ihres Sohnes und ihre Fürsprache seien mit uns.

Tägliche Andachten

,,Gott liebt uns mehr als Vater, Mutter, Freund oder son...

,,Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue ...

,,Ich weiß nicht, wann oder wie wir die Erde verla...

,,Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich ...

,,Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt...

,,Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mi...

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