19.Haben Wunder gewirkt und sind ins ewige Verdammnis gegangen

Frage

Der Herr Jesus Christus hat zum Schluss der Bergpredigt gesagt: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen:> Herr, Herr, haben wir nicht geweissagt in deinem Namen? Haben wir nicht Dämonen ausgetrieben in deinem Namen? Haben wir nicht viele Wunder gewirkt in deinem Namen?< . Alsdann werde ich ihnen offen erklären: >Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, die ihr die Werke des Bösen tut!<“.

Wieso haben sie diese Wunder gewirkt , taten aber die Werke des Bösen und sind ins ewige Verdammnis gegangen?!

 

Die Antwort

1.Die Wunder sind Gaben Gottes und hängen nicht von der Heiligkeit des Wirkenden ab, sondern von der Güte Gottes, der sie gibt.

In der Heiligen Schrift gibt es viele Beispiele, die beweisen, dass Personen geweissagt und Dämonen ausgetrieben oder Wunder gewirkt haben und dennoch in ewige Verdammnis gegangen sind...

Einige dieser Personen:

  • Saul der König

 

Es wurde über Saul den König gesagt : „ Gott (verwandelte) sein Herz. Alle jene Zeichen trafen noch am gleichen Tag ein...(dann) begegnete ihm eine Prophetengruppe. Der Geist Gottes kam über ihn, und er ward in der Mitte zum Propheten“ bis die Leute einander fragten: „Ist Saul auch unter den Propheten?“ (1.Sam.10: 9:12).

Dieser Saul ist in die ewige Verdammnis gegangen. Es wurde über ihn gesagt: „Der Geist des Herrn war von Saul gewichen, und es beunruhigte ihn ein böser Geist, den der Herr geschickt hatte“ (1Sam. 16:14).

Als Samuel um Saul trauerte, „(Sprach) der Herr zu Samuel: > wie lange trauerst du um Saul, den ich ...verworfen habe?“ (1Sam.16:1).

  • Bileam der Prophet

Gott erschien ihm und sprach mit ihm (4.Moses:22:9); und als Balak ihm anbot, ihn mit Belohnungen zu überhäufen, wenn er das Volk verfluche, sagte Bileam: “ Gäbe mir Balak Silber und Gold in Fülle, soviel sein Palast nur fassen kann, so könnte ich doch nicht die Weisung des Herrn, meines Gottes, übertreten, weder im kleinen noch im großen“ (4.Moses:22:18) . Er sagte auch: „Was Gott mir in den Mund legt, das allein werde ich reden“ (4.Moses 22:38). Er baute sieben Altäre und opferte Opfergaben für den Herrn.

Bileam machte richtige Prophezeiungen und es wurde über ihn gesagt :                                                 „Da begegnete der Herr dem Bileam, legte ihm ein Wort in den Mund“ (4.Moses 23:16)

„Der Gottesgeist kam über ihn. Da begann er seinen Spruch und verkündete ;>So spricht Bileam, der Sohn des Beor, so spricht der Mann, dessen Auge geschlossen ist! Spruch dessen, der Gottesworte hört, der Gesichte des Allmächtigen schaut...“ (4.Moses 24:2-5).

Er fuhr fort, die Worte des Herrn zu sprechen bis:

„Balak ... über Bileam zornig (wurde)“ (4.Moses 24:10).

Bileam prophezeite über den Herrn Christus und sagte :

„Ich sehe ihn, doch nicht schon jetzt, ich gewahre ihn, doch nicht nahe! Aufgeht aus Jakob ein Stern, ein Zepter erhebt sich aus Israel...“ (4.Moses 24:16-17).

Und trotzdem ging dieser Prophet Bileam in die ewige Verdammnis...!

Der Herr sprach gegen ihn im Buch der Offenbarung (Offenbarung 2:14).Der Heilige Petrus der Apostel sprach ebenfalls über seinen Irrgang (2Petr. 2:15-16). Ebenso sprach der Heilige Judas über den Irrwahn Bileams (Judas 1:11).

  • Kaiphas der Hohepriester

Er ist derjenige, der den Herrn Christus im Hohen Rat verurteilt hat. Er zerriß seine Kleider und sprach: „Er hat gelästert! Was brauchen wir noch Zeugen? Seht, nun habt ihr die Lästerung gehört.“ (Math. 26:57-65).

Dieser Kaiaphas prophezeite über Christus den Herrn und sagte: „...es (ist) besser für euch, es stirbt ein einziger Mensch für das Volk, ... Das sagte er nicht von sich aus, sondern als Hoherpriester jenes Jahres sprach er prophetisch, dass Jesus sterben werde für das Volk...“ (Joh. 11:49-51).

  • Der Prophet und der Traumseher (5.Moses).

Die göttliche Inspiration sagte im 5. Buch Moses „Steht etwa in deiner Mitte ein Prophet oder ein Traumseher auf und bietet dir ein Wahrzeichen oder ein Wunder an, und es geschieht tatsächlich das Zeichen oder Wunder, auf Grund dessen er dich aufforderte: Lasst uns anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt, und sie verehren, dann darfst du auf die Worte jenes Propheten oder Träumers nicht hören. Denn der Herr, euer Gott, stellt euch nur auf die Probe, um zu erfahren, ob ihr den Herrn, euren Gott, aus eurem ganzen Herzen und aus eurer ganzen Seele liebt.“ (5. Moses 13: 2-5).

Dies ist ein Prophet und er bietet ein Wahrzeichen oder ein Wunder an, und es geschieht, aber er ist unter den Tätern des Bösen, weil er auffordert, anderen Göttern nachzulaufen; Gott lässt es zu, um uns auf die Probe zu stellen.

2. Ein anderer Fall sind die falsche Propheten, die nur denken, dass der Geist des Herrn sie bewegt, während sie aber betrogen sind und keiner bewegt sie außer dem Teufel!!

Zum Beispiel Zidkia, der Sohn des Kenaana (1.Kön. 22:11,24).

Damals kam der Teufel und wurde im Munde aller Propheten des Königs Achab zu einem Lügengeist, um er den König zu betören, und zwar hatten die Propheten geweissagt, dass der König gegen Ramot in Gilead in den Krieg ziehen sollte, denn er würde siegen, wobei dieser Krieg für den König jedoch der Untergang war. (1Kön. 22:22,23).

Der Prophet Zidkia prophezeite diesen Sieg für den König!! (1Kön. 22:11) . Als aber Michajehu , der Prophet des Herrn, genau das Gegenteil weissagte, sagt die Heilige Schrift : „Zidkia, der Sohn des Kenaana, trat hinzu, schlug Michajehu auf die Wange und sprach: >Ist denn der Geist des Herrn von mir gewichen, um mit dir zu reden?“(1.Kön. 22:24)

Hier dachte Zidkia, der Sohn des Kenaana, der Geist des Herrn würde durch seinen Mund reden, womit er jedoch irrte!!

Denn der Geist, der durch ihn sprach, war ein Lügengeist...

Hier wird erklärlich, dass einige dem Herrn sagen werden: „Wir haben prophezeit in deinem Namen“, während sie sich in Wahrheit irrten...!!

Diese sind die zweite Art von falschen Propheten; nun wer sind die dritte Sorte?

3. Es gibt Personen, die schon gerecht waren, als sie im Namen des Herrn prophezeiten und Dämonen austrieben, aber ihr Leben wurde nachher geändert und sie wurden Täter des Bösen.

  • Zweifelsohne war Judas unter den zwölf Jüngern, wie der Herr sie ausgesandt hatte: „(Er) gab ihnen Gewalt über die unreinen Geister, um sie auszutreiben und jede Krankheit zu heilen und jedes Gebrechen“ (Math.10:1). Und wir wissen, wie das Leben Judas als Sohn des Verderbens endete (Joh.17:12).
  • Demas, der Helfer vom Apostel Paulus: Es gab nichts, was ihn hindern konnte, Wunder zu wirken, während er verkündete, aber er fiel ab und wurde zum Täter des Bösen; der Apostel sagte über ihn: „Demas hat mich verlassen, aus Liebe zu dieser Welt“(2Thimo. 4:9).

In diesem Fall bezieht sich die Aussage „Wir haben prophezeit in deinem Namen“ auf ihr erstes, gerechtes Leben.

Und die Aussage „Weicht von mir, die ihr die Werke des Bösen tut“ bedeutet hier, wie sie nach ihrem Abfall endeten, denn viele haben begonnen im Geiste und wollen nun im Fleische vollenden“ (Gala.3:3).

 

4. Es gibt Personen, denen Gott die Gaben der Prophezeiung und des Wunderwirkens gegeben hat, dann wurden sie durch die Wunder fasziniert und haben sich überhoben und sind als Folge in Hochmut verfallen. Und so wurden sie Täter des Bösen.

 

Deshalb sagt die Heilige Schrift: „Stolz kommt vor dem Sturz und Hochmut vor dem Fall“(Sprüche 16:18)...

Glaubt ihr, meine Brüder, dass es einfach ist, wenn der Mensch sich selbst dabei beobachtet, wie er Kranke heilt oder einen Toten auferweckt oder ein Dämon austreibt?!

Die Gabe bedarf der Unterstützung durch Demut, sonst geht der Begabte mit ihr zugrunde.

 

Der Heilige Isaak hatte deshalb recht, als er sagte: „Wenn Gott dir eine Gabe schenkt, so bitte ihn darum, er möge dir Demut geben, um diese Gabe zu schützen, oder sonst bitte ihn darum, er möge diese Gabe dir wegnehmen“ ...

In der Lebensgeschichte des Heiligen Makarios der Großen steht geschrieben, dass er einen Toten auferweckt hatte und als seine Schüler ihn fragten: Wie hast du dich dabei gefühlt?, antwortete er :

„Ich war, wie einer, der auf einem Feuerschwert geht “...

Also spricht nichts dagegen, dass einige im Namen des Herrn prophezeiten und in seinem Namen Dämonen austrieben und viele Wunder wirkten...dann haben sich ihre Herzen überheben und haben Gott die Ehre nicht gegeben, und somit sind sie zu Täter des Bösen geworden.

 

5. Es kann auch jemanden geben, der einen starken Glauben hat und dieser Glaube wirkt Wunder, aber er hat keine guten Werke und keine Liebe und so wird er zum Täter des Bösen.

Über solche Menschen sagt Paulus der Apostel: „Und wenn ich Prophetengabe besitze und um alle Geheimnisse weiß und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben habe, dass ich Berge versetze, doch Liebe nicht habe, so bin ich nichts.“(1Korinth. 13:2).

Hier haben wir Glauben, der Berge versetzt und Prophetengabe, aber keine Liebe...!

Und derjenige, der keine Liebe hat, ist zweifelsohne ein Täter des Bösen.

Er glaubt an die Kraft Gottes und an seine Allmacht, alles zu vermögen. Mit diesem Glauben kann er Wunder wirken, aber in seinem geistlichen Leben gibt es einen Schwachpunkt, der ihn zugrunde richtet...!!

6. Es kann sein, dass ein Mensch von Gott weit entfernt ist , aber trotzdem gibt es in seinem Leben gute Werke und für die hat er schon den Lohn auf der Erde erhalten. Bei diesem Menschen hat Gott zugelassen, dass er Wunder wirkt.

 

Dieser Mensch stirbt und er hat keine guten Werke getan..., dabei „hat er sein Gutes empfangen in seinem Leben“(Luk.16:25).

Gott lässt so was zu, nicht wegen dieses Menschen, sondern wegen der anderen, und das erinnert uns an einen anderen Punkt:

7. Es gibt Wunder, die geschehen, nicht wegen des Wunderwirkenden, sondern wegen des Glaubens derer, die dieses Wunder brauchen.

Zum Beispiel ein Mensch, der fest daran glaubt in der Tiefe seines Herzens, dass er, wenn er in die Kirche geht, geheilt wird, oder dass ihm ein Wunder geschieht, wenn eine bestimmte Person für ihn beten wird. Wegen seines Glaubens an Gott , an die Kirche und an die Männer Gottes geschieht ihm das Wunder oder das Wahrzeichen.

Hier ist nicht wichtig, wer das Wunder gewirkt hat...!

Es genügt, dass das Wunder im Namen Gottes vollzogen wurde. Und da verschwanden die Namen der Menschen...

8.Und trotz all dem hat Gott uns befohlen, uns über das Wunderwirken nicht zu freuen.

Als die 70 Apostel sich über die Wunder gefreut hatten und ihm sagten : „Herr, sogar die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen“ sagte er ihnen“...freut euch nicht darüber, dass die Geister euch untertan sind; sondern freut euch, dass eure Namen aufgezeichnet sind im Himmel“ (Luk.10:17,20)...

Deshalb sage ich immer, dass die Früchte des Geistes wichtiger sind als die Geistesgaben.

Für die Geistesgaben wirst du nicht belohnt, denn es ist nicht dein Verdienst, sie zu besitzen. Die Gaben sind ein Geschenk Gottes, der sie gibt. Die Früchte des Geistes aber sind eine Folge der Gemeinschaft zwischen deinem Willen und Gottes Heiligem Geist. Und dafür gibt es eine Belohnung...

Und hier möchte ich euch das Beispiel von Johannes dem Täufer nennen, über den der Herr sagte: „Unter dem vom Weibe Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer“(Math.11:11). Und weiter: der „ mit Heiligem Geist...schon im Schoß seiner Mutter (erfüllt werden wird).

Seht, was die Heilige Schrift über ihn schreibt : „Johannes hat ... kein Zeichen gewirkt“ (Joh.10:41).

Und trotzdem war er der Größte unter den vom Weibe Geborenen. Der Herr sagte über ihn: „Oder was seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, sage ich euch, mehr noch als einen Propheten. Dieser ist es, von dem geschrieben steht: > Siehe ich sende meinen Boten vor dir her; er soll deinen Weg bereiten vor dir<“(Math. 11:9,10).

9. Etwas sehr Wichtiges sehen wir bei der Bergpredigt, wo Jesus diese Aussage gemacht hat, wo er betont hat, den Willen des Vaters zu tun.

 

Er sagte zu ihnen, nicht nur der Glaube und die Anbetung seien wichtig: „Nicht jeder, der zu mir sagt: >Herr, Herr!< wird eingehen in das Himmelreich, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist“ (Math. 7:21). Dann setzte er sein Gespräch über die Prophezeiung, die Dämonenaustreibung und das Wunderwirken fort. Als wolle er ihnen sagen :

Nicht nur durch den Glauben und das Gebet, nicht einmal durch Prophezeiung und Wunderwirken, sondern durch das Tun des Willens des Vaters.

Deshalb sagte er dann zu ihnen :

„Viele werden an jenem Tag zu mir sagen:> Herr, Herr, haben wir nicht geweissagt in deinem Namen? Haben wir nicht Dämonen ausgetrieben in deinem Namen? Haben wir nicht viele Wunder gewirkt in deinem Namen?< . Alsdann werde ich ihnen offen erklären: >Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, die ihr die Werke des Bösen tut!<“(Math.7:22,23).

Danach erzählte er ihnen das Gleichnis mit dem Haus, das auf Felsen gebaut ist und dem Haus, das auf Sand gebaut ist und zwar sagte er ihnen :

„Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, wird gleich sein einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute“(Math.:7:24).

 

Hier geht es also hauptsächlich um denjenigen, der das Gebot hört und es tut; um den guten Baum, der gute Früchte trägt (Math.:7:17)... und um den , der den Willen des Vaters tut, der im Himmel ist.

Auf der anderen, gegensätzlichen Seite geht es um den Untergang derer, die die Werke des Bösen tun; um denjenigen, der hört und nicht tut. Ebenfalls geht es um „ (jeden) Baum, der nicht gute Früchte bringt,“ denn dieser „wird hinausgehauen und ins Feuer geworfen“(Math.7:19). „An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen“(Math.7:20).

 

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Jahre mit den Fragen der Menschen - Teil V - Geistliche Fragen und Fragen über die Heilige Schrift

Seine Heiligkeit Papst Schenouda III