23. Die Frau und der Kirchenrat

Frage

Wir erhielten diese Frage von einigen unserer Söhne in der Diaspora :

„Eure Heiligkeit habt einige Frauen als Mitglieder im Diakonenrat der Kirche ernannt. Wie erklären Sie das, während der Diakonendienst ausschließlich auf Männer beschränkt ist?“

Die Antwort

Der Altardienst und der Dienst der Sakramente in der Kirche sind ausschließlich Männern vorbehalten, aber es gibt den Diakonissendienst für Frauen außerhalb des Altardienstes.

Der Titel Diakoninnen und die Aufgaben der Diakoninnen sind oft im Buch der Apostellehre erwähnt und in den Gesetzen der Apostel und in den Gesetzen der Kirche und in den Gesetzen der großen Väter, besonders in den Gesetzen von Epiphanius und in jenen von Basilius dem Großen.

Die Frauen in unserer Kirche sind weit entfernt von der Ausübung der Priestertums.

Aber der Dienst im Kirchenrat ist keine priesterliche Tätigkeit.

Es betrifft bürokratische und finanzielle Bereiche, die die Frau übernehmen kann. Dies steht überhaupt nicht in Widerspruch zur priesterlichen Arbeit und widerspricht keineswegs irgendeinem Gesetz unter den Gesetzen der Kirche...

Im Buch der Apostellehre wird der Dienst der Diakonin im vierten Kapitel erwähnt. Es steht dort : „Und die Diakonin; die Frau sei unter euch mit vollem Respekt zu behandeln“.

Im 34. Kapitel im selben Buch steht auch, dass die Diakonin für den Dienst der Frauen geweiht wird, deshalb ist es besser, dass es eine Frau im Diakonenrat gibt, damit sie die Frauen, ihren Dienst und ihre Bedürfnisse vertritt.

Wenn die Frauen bei der Empfehlung der Mitglieder des Diakonenrat eine Rolle spielen, was spricht dann dagegen, dass eine Frau Mitglied dieses Rates wird?

Die Gesetze der Apostel haben nicht nur über die Diakoninnen gesprochen, sondern auch über die Weihestufen der Subdiakoninnen und der Eghnasten.

Dies wurde im ersten Buch der Gesetze der Apostel in den Gesetzen 53 und 58 erwähnt. Im Laufe der Zeit wurde der Dienst der Diakoninnen erweitert, nämlich zum Dienst, der den Frauendienst in der Kirche vertritt.

Eine der Berühmtesten Diakoninnen war Phöbe (Römer16:1).

 

Sie war zur Apostelzeit Diakonin der Gemeinde in Kenchreä. Sie war eine der Schülerinnen des Heiligen Paulus. Sie hat seinen Brief nach Rom getragen.

Der Heilige Paulus lobte sie und hat sie den Römern empfohlen: „Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe; sie steht im Dienst (ist Diakonin) der Gemeinde in Kenchreä. Nehmt sie auf im Herrn, wie es Heiligen ziemt, und steht ihr bei, wenn sie in irgend einer Sache euer bedarf. Sie ist ja selber vielen beigestanden, auch mir selbst.“(Römer 16:1,2).

Die Diakoninnen waren im allgemeinen die Verbindungslinie zwischen dem Klerus und den Frauen.

Unter anderem waren ihre Aufgaben die Hilfe bei der Taufe älterer Frauen, die Dienstbesuche der Frauen in ihren Häusern und der Dienst der kranken und der armen Frauen (Apostellehre :Kapitel 4).

Ebenfalls war unter ihren Aufgaben die Ordnung der Frauen in der Kirche, z.B. die Frauen an ihren Plätze zu setzen, besonders jene Frauen, die fremd waren. Dazu kam dann auch die Belehrung der Frauen und der Katecheten (Apostellehre Kapitel 10).

Siehe auch : The New International Dictionary of the Christian Church p. 286.

Eine der berühmtesten Diakoninnen am Ende des vierten Jahrhunderts war Olympias, die Diakonin des Heiligen Johannes Chrysostomos. Sie hatte eine hohe Position und sehr weite Dienstbereiche.

Wir haben darüber gehört, dass der heilige Sauiros aus Antiochien im sechsten Jahrhundert in seiner Briefsammlung, die von der Gruppe „Patriologia Orientalis“ veröffentlicht wurde, einige Fragen beantwortete, die ihm die Diakonin Anastasia geschickt hatte.

Du kannst über die Diakonin und über den Dienst der Frau lesen und zwar in den Schriften von den Väter von Nice Teil 14; in dem Teil der kirchlichen Gesetze.

„Nicene and Post – Nicene Fathers, Vol-XIV”

Wir verbieten es den Frauen nicht, in den nichtpriesterlichen Bereiche zu dienen.

Die Frau übernimmt die Dienste des Diakons außer dem Dienst des Altars und der Belehrung der Männer und auch der Riten in der Liturgie.

Aber die Frau kann die Aufgaben des Diakons im Kirchenrat übernehmen und kann ein Mitglied werden, weil diese Arbeiten nur im Verwaltungs- und Finanzbereich sind.

 

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Jahre mit den Fragen der Menschen - Teil V - Geistliche Fragen und Fragen über die Heilige Schrift

Seine Heiligkeit Papst Schenouda III