März 2017

Aus dem Buch So Many Years With the Problems of People Part III von S.H. Papst

Shenouda III

 

fragen k

Frage: Ist jeder schlechte Gedanke, der in meinem Kopf herumkreist, eine

Sünde? Woher kommen diese schlechten Gedanken und wie kann ich sie vom

Kommen stoppen?

Antwort: Nicht jeder schlechte Gedanken, der in deinem Kopf herumkreist, ist

als Sünde zu betrachten. Denn es gibt einen Unterschied zwischen von

Gedanken angegriffen zu werden und durch Gedanken in Sünde zu fallen:

Von Gedanken bekämpft zu werden ist, wenn ein schlechter Gedanke dich belästigt,

aber du ihm nicht nachgibst, sondern eher mit deinem ganzen Herzen und all deiner

Kraft versuchst, ihn zu vertreiben, auch wenn er für einige Zeit verbleiben kann. Und

wenn so ein Gedanke gegen deine eigenen Wünsche bestehen bleibt, dann ist es

nicht als eine Sünde zu betrachten. Im Gegenteil, dein Widerstand könnte dir als

Rechtschaffenheit angerechnet werden.

Aber durch deine Gedanken in Sünde zu fallen ist, wenn du schlechten Gedanken

nachgibst, anfängst an ihnen Vergnügen zu haben, sie behalten willst und vielleicht

sogar neue Formen von ihnen erzeugst.

Durch deine Gedanken in Sünde zu fallen, kann von einer sündhaften Begierde

in deinem Herzen oder von etwas Gespeichertem in deinem innersten

Verstand beginnen. Oder es kann mit einem Angriff von außen durch den

Feind beginnen, welchem du zunächst widerstehst, aber dann aufgibst, so

dass du fällst und dich immer mehr und mehr darin verwickelst.

Oder du könntest dich in einem Gedanken für einige Momente verlieren und ist dir

gefällig, aber wenn du zu deinen Sinnen kommst und aufwachst, bereust du ihn und

widerstehst ihm, sodass er vor dir flieht.

Je mehr du dem Gedanken widerstehst, desto mehr Macht gewinnst du über

ihn, sodass er vor dir flieht oder sich nicht traut, dich zu überfallen.

Andererseits, je mehr du dich ihm hingibst, desto mehr Macht gewinnt er über

dich und desto mehr ist er ermutigt, dich anzugreifen.

Das Ruder, das den Kampf lenkt, liegt in deinen Händen, nicht in den Händen deiner

Gedanken. Gedanken können dir einen ziemlichen Schock geben und dir ernste

Sorgen bereiten und - abhängig von deiner Situation - können sie sogar einen Krieg

gegen dich führen. Der Herr Jesus Christus sagte aber: "denn es kommt der

Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, (Johannes 14:30). Aber was ist

mit dir? Wenn der Satan dich angreift, wird er erkennen, dass er Macht über dich

hat?!

 

Der Gedanke wird zuerst dein Herz erforschen, um zu sehen, ob da

irgendetwas ist, das ihm ähnlich ist, denn "Gleich und Gleich gesellt sich

gern oder ob es einen Punkt der Übereinstimmung findet, an den er sich

festklammern kann.

Wenn dein Herz im Inneren sehr aufrichtig ist, wird es seinen Meister nicht mit

diesen Gedanken betrügen, noch wird es zulassen, dass sie Zutritt erlangen. Es wird

nichts mit ihnen zu tun haben, noch wird es sie akzeptieren, sodass die Gedanken

letztendlich von deinem Verstand fliehen und die Dämonen davon Angst bekommen.

Aber wenn das Herz nicht vorsichtig mit solchen Gedanken umgeht und sanft zu ihnen ist,

dann bekommen sie den Mut, dieses Herz zu überfallen.

Es gibt schlechte Gedanken, die ein reines Herz betreten wegen seiner zu

lockeren Einstellung.

Und es gibt schlechte Gedanken, die aus einem schlechten Herz kommen,

wegen seinem Mangel an Reinheit.

Das bedeutet, es gibt schlechte Gedanken, die von außen kommen und andere,

die von innen kommen.

Ein Beispiel für schlechte Gedanken, die von außen kommen, ist der Angriff der

Schlange auf Eva. Eva hatte ein reines Herz. Aber weil sie nicht hart genug mit der

Schlange war, traten die Ideen in ihr Herz ein und wurden zu Begierden und dann zu

Taten.

Bezüglich dieser bösen Gedanken, die von innen kommen, sagte unser Herr: "ein

böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist." (Lukas 6:45).

Die Gedanken können vom Herzen, von versteckten Begierden oder vom

Verstand, von Bildern, Ideen und Informationen, die im Inneren gespeichert

sind, kommen.

Von dieser Masse, die sich drinnen angesammelt hat, kommen dir zu jedem Anlass

und zu jedem Grund Gedanken. Achte also darauf, dass das, was sich in dir drinnen

ansammelt, rein ist.

Dennoch sind die Ideen, die vom Verstand kommen, weniger machtvoll.

Sie sind weniger machtvoll als die Gedanken, die vom Herzen kommen, weil diese,

die vom Herzen kommen, vermischt sind mit Emotionen oder Begierde und

deswegen machtvoller sind.

Deshalb ist es leicht für eine Person, die Ideen, die vom Verstand kommen, zu

vertreiben. Aber wenn er danach strebt, sie zu behalten oder gewillt ist, sie

aufzunehmen und ihnen nicht widersteht, können sie zu seinem Herzen gelangen,

von dessen emotionalen Reaktionen beeinflusst werden und dadurch machtvoller

werden.

Aus diesem Grund sollte eine Person ihr Herz sowie auch ihren Verstand

behüten und eine Trennlinie zwischen seinem Verstand und seinem Herzen

bewahren.

"Mehr als alles hüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus." (Sprüche 4:23).

Wenn ein Krieg der Gedanken über dich kommt und du ein reines Herz hast und

glühend im Geist bist, dann wird es ein leichter Kampf sein, einer, von dem du

entkommen kannst. Aber wenn es über dich kommt während du in einem spirituell

lauwarmen Zustand bist oder wenn deine Liebe zum Herrn kalt geworden ist, "weil

die Gesetzlosigkeit überhand nimmt" (Matthäus 24:12), dann wird es ein brutaler

Kampf sein und schwierig, ihm zu entkommen. Also "Betet darum, dass ihr nicht im

Winter oder an einem Sabbat fliehen müsst" (Matt 24:20).

Behüte deinen Verstand, sodass nichts, das seine Reinheit stören könnte,

eintritt. Bewache auch deine Sinne, denn sie sind die Tore, die zum Gedanken

führen.

Bewache deine Blicke, dein Hören, dein Berühren und den Rest deiner Sinne. Weil

du möglicherweise nicht in der Lage bist, deinen Verstand vom Nachdenken an dem,

was du siehst und hörst, abzuhalten und sich davon beeinflussen zu lassen, ist es

besser, auf der Hut zu sein.

Wenn etwas Unpassendes zu deinen Ohren gelangt, vor deinen Augen kommt

oder deine Gedanken betritt, lass es nicht tief in dir drinnen gelangen, sondern

lass es geradewegs hindurchlaufen.

Dinge, die einfach gleich vorbeiziehen, haben einen nicht sehr machtvollen Effekt.

Aber wenn sie tiefer gehen, werden sie sich im innersten Verstand niederlassen und

ihre Wurzeln bis zum Herzen gelangen lassen und können die Phase erreichen, in

der sie Ärger verursachen.

Imstande zu sein zu vergessen ist ein Segen von Gott für die Menschen, durch

denen vorbeigehende Gedanken und vergängliche Sinneswahrnehmungen

gelöscht werden können.

Aber die Gedanken, denen du erlaubst, tief in dir drin einzutreten, lassen sich in

deinem innersten Verstand nieder, gelangen zum Bewusstsein, zum

Unterbewusstsein und sind somit schwierig, zu vergessen. Sie können dann einen

Krieg von Gedanken anführen und Ideen, Verdachte und Träume aufkommen

lassen und eine Quelle von Begierden, Ärger und der Ausgangspunkt von langen

Geschichten werden.

Wir werden aber vermutlich auf das Thema der Gedanken wieder zurück

kommen müssen