Die Kraft des Betens - Ein Vortrag Seiner Exzellenz Bischof Anba Gabriel

 

Situationen, die ich selbst erlebte

  1. Situation:

Ich war eines Tages mit meinem Beichtvater von El Arisch (Sinai) nach Kairo mit dem Auto unterwegs. Dort verbrachte ich Tage mit Beten, Beichten, Bibelstudieren und bekam von meinem Beichtvater viele Antworten zu meinen Fragen. Er war in allem ein Vorbild. Obwohl er große Fähigkeiten besaß, war er ein sehr bescheidener Mensch. Seine Liebe zu den Menschen und die Fähigkeit den Himmel zu öffnen waren unglaublich. Wir haben selbst gesehen, wie  sehr er jederzeit zum Gebet  gebunden war. Nichts hinderte ihn daran, Gott zu kontaktieren. Er liebte es besonders die Psalmen zu beten und dies überall; zu Hause, in der Kirche, unterwegs und auf der Straße. Darum sprach er zu wenig.

Er fuhr ein Peugeot, ich saß neben ihm, er sagte 2-3 Verse, hörte aber danach auf zu reden. Dadurch sah ich und verstand, dass er betete. Ich versuchte auch zu beten, es war einfach schön.

Die Geschwindigkeit, mit der wir fuhren, betrug 120 km/h. Auf einmal hörte ich ein starkes Platzen. Ich reagierte sofort darauf und sagte: „Abuna, bitte stopp das Auto, irgendetwas ist passiert. Daraufhin stoppte er sofort, fragte aber nicht nach. Ich stieg aus und fand heraus, dass vorne vom linken Autoreifen nur mehr Überreste vorhanden waren. Ich brach einen neuen Reifen und setzte ihn ein, so konnten wir weiter fahren. Er äußerte sich nicht dazu, stattdessen betete er weiter. Seine Beziehung zu seiner Mutter, der Heiligen Jungfrau Maria, war sehr stark. Was ich bezeugen kann, dass das Auto keinen einzigen Zentimeter weder nach links noch nach rechts wankte. In solchen Fällen in Ägypten in den 80er Jahren würde solch ein Wagen schleudern und die Situation mit einem großen Unfall enden.

  1. Situation: Die Wirkung des Glaubens mit Gebet:

Dies geschah in Hannover, am Ende der 90er Jahre:

Der Onkel eines Knaben kam zu mir und sagte: „Mein Neffe leidet an einer seltsamen Krankheit, es ist eine autoimmune Erkrankung der Thymusdrüse.“

 

Entdeckung der Krankheit:

Auf einmal trat Schwachheit der Muskeln auf, sodass er mit Schwierigkeiten gehen, atmen, oder schlucken musste. Seine Mutter brachte ihn ins Krankenhaus in Kairo und er wurde dort für eine gewisse Zeit aufgenommen.

Der Arzt konnte keine Diagnose feststellen, der Zustand des Kindes verschlechterte sich immer mehr, er schwebte zwischen Leben und Tod.

Seine Mutter ging zum St. Georg Kloster für Nonnen in Altkairo, traf dort eine Nonne, die ehemalig Ärztin war, erzählte ihr über die Krankheit ihres Kindes und bat sie mit Tränen um ihre Gebete für das Kind. Die Nonne nahm an, dass es eine Erkrankung der Thymusdrüse sein könnte und bat sie, dies dem Arzt zu sagen, er soll damit rechnen und in diesem Fall wären Cholinesterase-Tabletten lebensgefährlich.

Die Mutter tat, was ihr die Nonne gesagt hatte, jedoch reagierte der Arzt sehr verärgert, er schrie sie an und  sagte: „Ich bin hier der Arzt, nicht du!“

Sie weinte und bat ihm die Tabletten dem Kind zu geben. Ihre Tränen bewirkten, dass er ihrem Sohn die Tabletten gibt und daraufhin verbesserte sich sofort der Zustand des Kindes. Nun war es gerettet.

Sein Onkel bat mich, die Tabletten von Basel (Schweiz) zu kaufen, denn dort wurden diese hergestellt. Ich kaufte eine Menge, die für mehrere Monate ausreichte.  

Die Untersuchung einer Blutabnahme, die der Arzt nach Deutschland schickte, bestätigte die Krankheit des Kindes. Seine Thymusdrüse musste entfernt werden.   Die Mutter nahm ihren Sohn und beide besuchten mehrere Klöster; das St. Minas Kloster (sie besuchten das Grab des Heiligen Papst Kyrillos und nahmen Öl von dort mit), St. Philopater Nonnenkloster und das St. Georg Nonnenkloster. Sie baten in jedem Kloster um die Gebete der Mönche und Nonnen und heiliges Öl. Die Nonnen beteten intensiv für ihn. Die Mutter nahm das gemischte Öl mit und verreiste mit dem Kind nach Deutschland, weil es in im St. Anna Spital in Hannover operiert werden musste. Eine wiederholte Blutabnahme bestätigte die Krankheit.

An einem Tag hatte der Onkel des Kindes keine Zeit es ins Krankenhaus zu bringen. Er fragte mich, sie beide zum Arzt zu bringen. Wir kamen beim Arzt an, ich musste dort alles übersetzen. Der Arzt sagte mir, dass die Entfernung der Thymusdrüse eine große Operation ist, ähnlich einer Herz-OP. Bei diesem Eingriff müssen die Knochen der Brust aufgeschnitten werden, usw.…ich übersetzte dies und der Onkel weinte und weinte. Der Arzt nahm eine Blutabnahme und meine Telefonnummer.

Ein Tag davor hatte ich von der Mutter in der Kirche des Heiligen Athanasios das Öl bekommen, um ihr Kind damit zu salben. Ihr Glaube und ihre Gebete waren wirklich sehr stark.

Der Arzt rief mich an und überraschte mich mit dem Ergebnis der Blutabnahme: Das Kind war geheilt, die Krankheit war geheilt! Er meinte aber, das Kind muss drei Tage im Krankenhaus verbringen, weil das sofortige Aufhören der Einnahme der Tabletten tödlich enden könnte. Sie wurden im KH aufgenommen und nach drei Tagen wieder entlassen. Seine Mutter überraschte mich und sagte mir, dass sie aufhörte, dem Kind die Tabletten zu geben. Als ich sie nach dem Grund fragte, antwortete sie, dass was mit ihrem Kind geschah ein Wunder ist. Darum sind die Tabletten nicht nötig. Sie verreisten alle wieder mit Freude erfüllt nach Ägypten.

  • Das Beten ist sehr schön, der Mensch wird von der Erde zum Himmel empor getragen
  • Das Beten ist die Arbeit und Nahrung der Engel
  • Es ist für den Menschen eine große Ehre mit dem Schöpfer persönlich zu reden
  • Viele Menschen fühlen sich geehrt, mit Prominenten zu reden, aber mit dem lieben Gott?
  • Das Beten ist ein Gespräch vom Herzen des Menschen zum Herzen Gottes
  • Die Seele, die Gott kennt, wird sich nach dem Beten sehnen
  • So ist auch der Heilige David der Prophet in seinen Psalmen 42 und 63
  • Das Beten ist das Heilmittel für viele Krankheiten wie Einsamkeit, Langeweile, scheitern, Aggressivität, Hass, Egoismus…
  • Es ist der echte spirituelle Genuss
  • Logisch:
    • Wir werden unendlich Zeit mit Gott im Himmel verbringen, wie können wir, wenn wir nicht auf der Erde beten, mit dem fremden und unbekannten Gott leben?
    • Beten ist nehmen und nicht geben. Du gibst Zeit und nimmst Freude, Antwort und Ruhe.

 

Bedingungen für ein erhörtes Gebet :

  1. Vom Herzen, nicht nur vom Mund
  2. Mit Verstand
  3. Der Körper soll daran teilnehmen:
  • Lippen und Zunge
  • niederbeugen
  • Hände erheben
  • Die Augen zum Himmel erheben

In Ehrfurcht und Respekt

  1. Langsam beten und kontemplieren
  2. Mit Wärme, wie Hanna, die Mutter des Samuels (1 Sam)
  3. Mit Glauben, denn ohne Glaube kann man nichts bekommen

Beispiele (aus der Bibel)  für erfolgreiche Gebete:

 

  • Elija: betete zu Gott, damit er kein Regen auf die Erde herabschickt
  • David: betete zu Gott während des Kampfes gegen Goliat
  • Salomo: betete bei der Einweihung des Tempels
  • Das Gebet (Gespräch) der Samariterin
  • Das stille Gebet der Sünderin
  • Das Verlangen der kanaanitischen Frau
  • Das Gebet des rechten Schächers

Das Beten ist ein Bedarf des Menschen, der tief in unserem Inneren eingepflanzt ist

Bischof Anba Gabriel