Die Rolle Christi in meiner Zukunft - Ein Vortrag von S.E. Bischof Anba Gabriel

Deine Zukunft in Gottes Hand

In den 30-er Jahren waren das Kind Nazir Gayed und sein Bruder unterwegs zum Bahnhof. Um dort zu gelangen, nahmen sie eine Kutsche. Der Kutscher fuhr aber mit einer sehr niedrigen Geschwindigkeit. Obwohl ihm von den beiden gesagt wurde, dass sie es eilig hatten, damit sie den Zug nicht verpassen, setzte er die Fahrt sehr langsam fort. Als sie ankamen, sahen sie den Zug. Sie wollten gerade ihn erwischen, jedoch gelang ihnen dies nicht; er fuhr ohne sie los. Aufgrund dieses Vorfalles konnten sie wichtige Termine nicht einhalten.

Am nächsten Tag erreichte sie die Nachricht, dass der Zug, den sie genommen hätten, verunglückt war. Dabei wurden viele Menschen in den Tod gerissen, darunter sogar ein koptischer Bischof.

Welche Lehren können wir dieser Geschichte entnehmen?
Was wäre geschehen, wenn das Kind Nazir Gayed in diesen Zug eingestiegen wäre? Das Leben dieses Kindes hätte sicherlich ganz anders ausgesehen. Auch die Geschichte der koptischen Kirche wäre bestimmt dadurch beeinflusst. Daher hinderte Gott sie daran, den erwähnten Zug zu nehmen.
Deine Zukunft liegt sicher in Gottes Hand, solange du in Gottes Hand bist.

Gott ist der Allmächtige:

Er führt und kontrolliert das ganze Universum. Obwohl Gott allmächtig ist und das Leben aller auf der Erde in seiner Hand hat, kann er nur dein Leben und deine Zukunft beschützen, wenn du das von ihm verlangst. Es ist nicht selbstverständlich, dass Gott deine Zukunft bewahrt, solange du von ihm getrennt lebst. Lebst du aber mit ihm, dann sei gewiss, dass er dein Leben und deine Zukunft in seiner Hand bewahrt.

Jakob, der Vater aller Väter

Der Vater Jakobs erzählte seinen Söhnen von Gott. Die beiden Brüder, Jakob und Esau, lebten im selben Haus; hörten von Vater und Mutter dasselbe über den allmächtigen Gott. Esau entschied sich aber, ein Leben ohne Gott zu führen, nach seinem Willen und uns ist sein Ende bekannt: Er lebte getrennt von Gott und hatte ein bitteres Leben.

 

Jakob floh vor seinem Bruder..
… aber er fand unterwegs niemanden, der zu ihm spricht
… verließ Vaterhaus, Vater und Mutter
...  war ganz alleine in der Wüste…auf der ganzen Welt
… es waren  ganz schreckliche Erlebnisse und grausame Zeiten.
Diese dunkle Zeit zwang Jakob an den bisher unbekannten Gott (persönlich unbekannten) zu denken. Weil diese Situation ihn zwang an Gott zu denken, begann er mit ihm zu reden, da er sonst niemanden hatte. 
„Jakob zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran. Er kam an einen bestimmten Ort, wo er übernachtete, denn die Sonne war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief dort ein.“ (Gen 28:10,11)

Jakob lebte in Not; er durchlebte eine schwierige Situation. Gottes Hand war ihm jedoch ausgestreckt; er half ihm in der Vision, die er Jakob schickte. Daraufhin legte er ein Gelübde ab: Wenn Gott ihn bewahrt, wird er sich ganz Gott widmen und sein Leben Gott geben.
„Jakob machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg, den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt, wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters und der Herr sich mir als Gott erweist, dann soll der Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein Gotteshaus werden und von allem, was du mir schenkst, will ich dir den zehnten Teil geben.“ (Gen 28:20, 21)
Gott bewahrte Jakob sein Leben lang, trotz Versuchungen und schwieriger Situationen. 

Wann bewahrt Gott unsere Zukunft?

Wir lesen die Antwort bzw. die Bedingungen in Hiob 11:13:  „Wenn du selbst dein Herz in Ordnung bringst und deine Hände zu ihm ausbreitest“

Es ist nicht Gottes Pflicht, das Leben und die Zukunft aller Menschen zu bewahren. Nur weil du Christ genannt wirst, heißt das noch lange nicht, dass Gott dich beschützen muss… 

Das Leben des jungen Davids

David betete ständig mit Stolz und Liebe zu Gott: „Lass mich deine Huld erfahren am frühen Morgen; denn ich vertraue auf dich. Zeig mir den Weg, den ich gehen soll; denn ich erhebe meine Seele zu dir.“ (Ps 143:8)

David gewöhnte sich daran, sich alleine mit seinen wenigen Schäfchen in die Natur zu setzen, seine Augen, aber auch seine Seele, zum Himmel zu erheben. Er legte seine Zukunft und Gegenwart in die Hände Gottes.
Gott jedoch machte ihm nicht alles leicht…
David musste für längere Zeiten gegen verschiedene Feinde, den Satan, seinen Körper und seine Begierden kämpfen.

Um den Intrigen Sauls des Königs zu entkommen, floh er vor ihm jahrelang; auch vor anderen Feinden und sogar seinem eigenen Sohn, Abschalom. Betrachtet man jedoch das gesamte Leben und dessen Ende kann man mit Sicherheit feststellen, dass Gott sein ganzes Leben bewahrte. (Die Zukunft des Kindes Davids war in der  Hand Gottes, aber Achtung: Zukunft in den Händen Gottes bedeutet nicht Reichtum, automatischer Sieg über die Feinde, etc.….das Leben ist ein gemischtes)

Eine wichtige Frage an dich: Wie kannst du Gott tadeln aufgrund einiger Ereignisse oder Situationen, die schief liefen oder etwas, was deine Zukunft betrifft, obwohl …  

… du ihn nicht ehrlich gefragt hast?

… dein Herz nicht ganz korrekt mit Gott war?

… du ein fauler Mensch mit Gott warst?

Gott führte die Zukunft des Kindes, bewahrte es sehr gut und bereitete alles richtig und perfekt vor, aber mit der Bedingung, den schmalen Weg zu gehen und nicht den Weg ohne Schwierigkeiten und die Erziehung von Gott.

Die Kinder Gottes stellten fest, dass es mit Gott morgen besser wird als heute, wie es heute besser war als gestern …

Gott allein ist der Einzige, der für deine Zukunft bürgen kann!

Wie bewahrt oder ordnet Gott deine Zukunft?

  1. „Er behütet all seine Glieder, nicht eines von ihnen wird zerbrochen.“ (Ps 34:21)
  2. „Gerechtigkeit behütet den Schuldlosen auf seinem Weg.“ (Sp 13,6a)
  3. „Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst, von nun an bis in Ewigkeit.“ (Ps 121,8)
  4. „Denn der Herr liebt das Recht und verlässt seine Frommen nicht“( Ps 37,28a)

Gott ist der Einzige, der die gesamte Zukunft vor seinen Augen sieht und er weiß genau was er tun wird, um dein Leben besser zu bewahren. Leider sehen die Menschen ein wenig die Vergangenheit, aber die Zukunft können sie im Voraus überhaupt nicht lesen.    

Aus der Geschichte Josefs des Frommen:

Gott führte Josef durch einen sehr engen und dunklen Tunnel. Dies war erforderlich, damit Josef schließlich diese hohe Position in Ägypten erreicht und in Reinheit lebt. Seine Zukunft war in Gottes Hand, auch wenn er leiden musste.

 Um deine Zukunft Gottes Hand überlassen zu können:

  1. Verlange und bete mit Geduld dafür
  2. Richtig leben
  3. Erneuere deine Reue jeden Tag
  4. Halte seine Gebote

Für dich: Betrachte, wie Gott die Zukunft des Mädchens Maria bewahrte, trotz Einsamkeit und Unklarheiten in ihrer Zukunft…

                                                                                              

S.E. Bischof Gabriel - www.kopten.at