Ein Vortrag von S.E. Bischof Anba Gabriel

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In Matthäus Kapitel 7 lesen wir einen sehr wichtigen Vers: Geht durch das enge Tor!
Aber was heiß das?
Jesus meint damit, dass wir nicht immer nach einem luxuriösen Leben suchen sollen. Denn viele Menschen suchen immer nach etwas Schönerem oder Besserem. Es ist nicht schlimm, aber dabei zu übertreiben ist gar nicht gut. Wenn wir so wohl leben und die Armen so eng leben lassen, dann sündigen wir somit. Das ist sicher. Wenn jemand den breiten Weg geht und alles haben will, obwohl viele Menschen nichts haben, dann ist das nicht korrekt.

Der heilige Moses der Schwarze ist ein weltweit berühmter Heiliger, sogar in Deutschland kennt man ihn. Dort sind seine Sprüche bekannt. Es gibt sogar ein nicht koptisches Kloster, in diesem weiß man von der Biographie des Heiligen.

Der heilige Moses der Schwarze lebte anfangs so, indem er den breiten Weg nahm und durch die breite Tür ging. Da beging er Mord, Ehebruch und andere Sünden. Aber er war nicht glücklich, sondern spürte stets innere Trauer. Er wartete darauf, eines Tages glücklich zu werden, fand aber nur Trauer, Depressionen und enge Wege im Herzen. Eines Tages betete er zu Gott, der ihm aber unbekannt war. Daher offenbarte sich ihm Gott. Moses ging in ein Kloster und wurde als Mönch geweiht. Nun ging er durch die enge Tür, was richtig war. Er fastete und diente. So sah seine Geschichte aus und ist in allen Kirche bekannt.

In Kanada geschah einst folgende Begebenheit: Es war so, dass in jedem Kloster ein Mönch für den Empfang der Gäste zuständig war. Ein Mönch war für die Besucher aus Ägypten und ein anderer für die aus dem Ausland, die kein Arabisch konnten, verantwortlich. Ein Priester namens Pater Antonius konnte sehr gut Englisch. Eines Tages kam eine Gruppe aus Kanada, um das Kloster zu besuchen. Es waren ältere Menschen, sie wurden gut vom Kloster empfangen. Sobald der Bus stoppte, kam ein alt aussehender Mann, aber er wirkte sehr gesund und aktiv. Er fragte den Priester, ob das Kloster hier jenes von Baramos ist. Dieser bestätigte, dass das hier das Baramos – Kloster ist. Darauf informierte sich der Besucher, ob hier die Reliquien des heiligen Moses des Schwarzen vorhanden sind und der Priester sagte ja. An dieser Stelle wollte der Gast zum Heiligen, aber Pater Antonius wollte noch die anderen begrüßen und schauen, was er für sie tun kann. Aber der Besucher hatte keine Ruhe und wollte Abuna auch nicht in Frieden lassen. Er sehnte sich sehr danach, die Überreste des Heiligen zu sehen. Aber der Priester sagte ihm, dass er nach den anderen schauen muss. Doch der Gast widersprach ihm. Pater Antonius rief einen Mönch und bat ihn, die Führung zu übernehmen, damit er den Besucher zu den Reliquien des Heiligen begleiten kann und so gingen sie gemeinsam hin. Da verrichtete der ältere Herr, der nie in Ägypten gewesen war, sehr viele „Metanias“ (niederbeugen), es war unglaublich. Er unterließ diese Tätigkeit auch nicht und ließ sich nicht abhalten. Der Besucher erzählte, dass er eines Tages mit Krebs im Krankenhaus lag. Der Krebs hatte nicht nur seine Leber befallen, sein ganzer Körper war betroffen und daher befand er sich bereits in der Sterbephase. Daraufhin begann er mit allen Vorbereitungen für seinen Tod: Die Bedürfnisse seiner Kinder, die Verfassung seines Testaments und sogar seine eigene Beerdigung. Er organisierte einfach alles.
Und als er schwach war, kam ein katholischer Priester zu ihm. Denn solche Priester helfen Menschen, die im Sterben liegen, also bereit dem Tod sehr nahe sind. Er las dem Kranken heilige Geschichten und Predigten vor. Eines Tages begann er ein besonderes Buch, es kam die Geschichte des heiligen Moses des Starken darin vor. Das Buch sprach über die Reue.

Als der Priester ging, begann der Patient über die Worte des Priesters nachzudenken und über diese Geschichte zu reden, weil in dieser deutlich sichtbar ist, wie Gott das Leben des Heiligen und sein Herz verändert hatte. „Kann sein Gott nicht auch mir eine neue Leber schenken?“ Das war sein Gedanke. Danach schlief er ein.

Am nächsten Tag überraschte ihn der Arzt und berichtete ihm, er sei nun plötzlich gesund. Auch die Untersuchungen zeigten nichts Auffälliges. Dieser Mensch entschied sofort, eine Reise nach Ägypten zu unternehmen, um den heiligen Moses zu besuchen.

Der heilige Moses nahm den engen Weg und ging durch die enge Tür. Gott ließ ihn berühmt werden für die Hilfe anderer Menschen. Auch heute steht er uns bei. Wir wollen auch mit ihm den engen Weg gehen. Der Heilige half den armen und kranken Mönchen und ging in Bescheidenheit den engen Weg.
Lasst und den Vers vom heiligen Matthäus in seinem Evangelium Kapitel 7 Vers 13 auswendig lernen: „Geht durch das enge Tor!“
Geht durch die enge Pforte. Suche nicht immer nach Luxus in deinem Leben, besonders nicht in der Fastenzeit, wie nach Essen und Trinken. Jammere nicht darüber, sondern danke Gott für das, was du zum Essen und Trinken bekommst.

 

Geschrieben von: Manuela Youssef