Wir hörten im heiligen Evangelium des heutigen Abendweihrauchs, dass uns der Herr dazu aufruft, niemanden zu richten. Der berühmte Vers dazu laut: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.“ (Mt 7:1,2). Das Richten kommt noch an einer anderen Stelle vor: „Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden.“ (Lk 6:37). Die Sünde des Urteilens ist eine verbreitete Krankheit bei nahezu allen Menschen. Niemand wird von dieser Krankheit verschont, nicht einmal die spirituell hochrangigen Menschen oder die Diener der Kirche. Durch die Gnade Gottes werden wir uns daher heute ein wenig mit der Sünde des Urteilens beschäftigen und das Verhalten und die Sprüche einiger Heiligen dazu besprechen, damit wir von ihnen lernen können. Denn die Sünde des Urteilens lässt die Tugenden bzw. den Lohn der Tugenden vergehen. Es raubt dem Menschen seinen Lohn, ohne dass dieser es bemerkt. Für euch und für einen demütigen Menschen gehört es sich nicht, jemanden zu richten. Jener Mensch, der sich selber und seine Schwächen gut kennt, wird auch niemanden verurteilen.

Ich nehme an, dass viele von euch die bekannte Geschichte des Heiligen Makarios (=Abu Makar), des Großen, kennen. Zu jener Zeit lebten Tausende von Mönchen. Einer von ihnen lebte als Einsiedler in einer Mönchszelle, weit entfernt von den anderen. Es kursierte ein Gerücht herum, dass er eine sehr große Sünde begehe. Als der Heilige Makarios das hörte, sagte er: „Ich werde ihn nicht blamieren“. Da begannen die Mönche ihm mitzuteilen, dass dieser Mönch jene schlechte Sünde tue. Da antwortete er ihnen: „Gott bewahre unseren seligen Bruder vor solch einer Sünde! Glaubt es nicht.“ Und das, obwohl er davor selbst von der Sünde dieses Mönchs gehört hatte. Daraufhin schämten sich die anderen und gingen weg. Eines Tages kam es dazu, dass einige Mönche sahen, wie eine Frau in die Mönchszelle dieses Mönchs eintrat. Sie ging hinein und er verschloss daraufhin die Tür. Da hielten sie es nicht mehr aus und gingen zum Hl. Makarios und sagten zu ihm: „Wir haben es dir davor schon gesagt, aber du sagtest uns, wir sollen es nicht glauben. Komm und sieh selbst!“ Da sah sich der Heilige gezwungen mit ihnen zu gehen. Er erhob sein Herz zu Gott und betete auf dem Weg und sagte: „Oh Gott, decke unsere Schwächen ab und gib uns Reue. Wir alle sind Sünder und unvollkommen.“ Als sie sich der Mönchszelle näherten, sagte der Hl. Makarios zu seinen Schülern: „Wartet ihr hier. Ich gehe zu ihm und sage, dass seine Brüder ihn begrüßen wollen.“ Als der Mönch die Tür öffnete und ihn sah, wurde er sehr nervös. Mit sanften Worten nahm ihm der Heilige die Angst und sagte ihm, dass er bloß nach ihm fragen wollte. Während er draußen stand, ging der Mönch schnell in die Zelle, um die Frau zu verstecken. Dann lud er ihn in die Zelle hinein. Der Hl. Makarios spürte mithilfe vom Geist Gottes, wo die Frau war und setzte sich auf den Platz drauf. Er redete mit dem Mönch und sagte ihm, dass seine Brüder draußen warteten, um ihn zu besuchen, da sie ihn seit einigen Wochen nicht mehr in der Kirche gesehen hatten. Daraufhin holte sie der Mönch hinein. Die Mönche blickten um sich herum, fanden jedoch nichts in der kleinen Zelle. Sie trauten sich nicht Abu Makar zu fragen, ob er aufstehen könnte, damit sie unter dem Platz nachschauen könnten, denn er war ein alter Greis; da gingen sie weg. Als Abu Makar auch gehen wollte, begleitete ihn der Mönch nach draußen. Der Heilige sagte zu ihm: „Mein Sohn, richte dich selbst, bevor sie dich richten! Denn das Urteil gehört nur Gott.“ Obwohl er als der Vater der Wüste galt, richtete er ihn dennoch nicht. „Du sollst dich selber richten, denn das Richten ist nur für dich (wenn du dich selbst richtest) und Gott.“ Danach hörte Abu Makar die Stimme Gottes, die zu ihm sagte: „Selig bist du Makarios, denn du bist deinem Schöpfer ähnlich geworden! Du deckst, wie Er, die Makel (Sünden) ab.“ So wie Gott den Sünder sieht und ihn nicht bloßstellt, so verhielt sich ebenso der Heilige. Er sieht und hört, aber er verhält sich so, als ob er nichts gesehen oder gehört hat; er vergisst es sofort. Das war seine Art: er deckte die Sünden der anderen ab. Eines Tages ging ein junger Mönch zu ihm und bat ihn, ihm ein Wort der Weisheit zu sagen. Da sagte der Hl. Makarios zu ihm: „Tue niemanden etwas Schlechtes und verurteile niemanden. Verhalte dich so und du wirst gerettet werden.“ Diese Unterweisung war speziell für diesen Mönch gedacht. Das war wie eine Rezeptverschreibung für die ‘Krankheit’, die dieser Mönch hatte. Die Väter hatten (bzw. haben noch heute) mit der Führung des Heiligen Geistes stets eine spezielle Botschaft für jeden. Wenn jemand anderer zu ihm kommt, dann sagt er ihm durch den Geist Gottes womöglich etwas anderes. „Tu niemanden etwas Schlechtes und verurteile niemanden.“: Der Hl. Makarios, der Große, war sehr vorsichtig was diese Sünde anbelangte, und verurteilte niemanden, weder mit Worten noch in Gedanken. In seiner letzten Predigt vor seinem Heimgang, sagte er Folgendes zu seinen Schüler: „Nehmt in euren Gedanken nie an und sagt nie, dass irgendein Mensch böse ist. Denn der Apostel Petrus sagte: „mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf.“  (Apg 10:28). Und Paulus sagte auch: „Für die Reinen ist alles rein“ (Tit 1:15). Für die Blinden ist alles dunkel.“ Wenn jemand eine schwarze Brille trägt, sieht er alles schwarz/dunkel. „Für die Reinen ist alles rein; für die Unreinen und Ungläubigen aber ist nichts rein“ (Tit 1:15). Gott befreite uns von der Sünde und der Sklaverei des Teufels. Wenn der Mensch jedoch das Urteilen annimmt, lässt er sich erneut von der Sünde fesseln und wird vom Teufel getäuscht.

Es gibt einen weiteren Heiligen namens Agathon. Es wird erzählt, dass wenn er jemanden sündigen sah, ihn nicht verurteilen wollte. Wenn sein Herz von der Sünde, die er sah, erschüttert wurde, sagte er zu sich selbst: „Agathon, tu das nicht! Mach das nicht!“. Damit wollte er sich dazu bringen, auf sich selbst zu schauen, um nicht dieselbe Sünde zu begehen. Er entfernte sich so von der Versuchung, jemanden anderen zu richten.

Der Hl. Johannes, der Kleine, ist ebenso ein Vorbild in dieser Hinsicht: Wenn er jemanden beim Sündigen sah, sagte er zu sich selbst: „Mein Bruder sündigt heute und könnte dann Reue ablegen. Du aber könntest morgen sündigen und nicht Reue ablegen.“ Es besteht eine Möglichkeit, dass du nicht Reue ablegst. Er hat denjenigen, der sündigt, nicht gerichtet, sondern stattdessen sich selbst, obwohl er zu jenem Zeitpunkt gar nicht sündigte. Er spricht den Sünder frei und beschuldigt sich selbst als Sünder, damit er die anderen nicht richtet, sondern nur sich selbst. Ähnlich zu dem, was der Hl. Makarios, der Große, zu sagen pflegte: „Richte dich selbst!“ Das bedeutet, selbst wenn du jemanden sündigen siehst, sollst du ihn nicht richten. In den Geschichten der Väter steht geschrieben, dass ein Mönchsvater einst krank wurde und zum Ort der Kranken im Kloster gebracht wurde, wo alle kranken Väter lagen. Ein Mönch las ihnen dort täglich von den Sprüchen der Heiligen Väter oder von der Bibel vor. Eines Tages las ein Mönch ihnen die Geschichte von Jakob vor, wie sein Sohn Josef in Ägypten war, die Hungersnot ausbrach, etc. Als Josef seine neun Brüder zu seinem Vater sandte, um ihren Bruder Benjamin mitzunehmen, sagte Jakob: „Josef ist verschwunden und Simeon ist nicht mehr da und jetzt wollt ihr auch noch Benjamin nehmen?“ Da gab einer der kranken Väter einen Kommentar und sagte: „Sind neun Kinder etwa nicht genug für Jakob?“ Da erwiderte ihm ein anderer Vater, der achtsam auf die Sünde des Urteilen war: „Sei still! Wenn Gott ihn freigesprochen hat, sollen wir ihn dann richten?“ Er sah diesen Kommentar nämlich als eine Verurteilung Jakobs. Die Mönchsväter waren also sehr achtsam gegenüber dieser Sünde.

Die Geschichte des Hl. Mousa, des Schwarzen, ist zwar auch sehr bekannt, aber wir erwähnen sie hier nochmal, um von ihr zu profitieren. Er war einer der acht großen Mönchsväter, die die Heilige Synode bildeten und für die ganze Wüste „Elskiet/Shehit“ (=das heutige Wadi Natrun) verantwortlich waren. Die Synode versammelte sich, um einen Mönch, der eine Sünde begangen hatte, zu richten. Der Hl. Mousa war jedoch in seiner Mönchszelle, obwohl er zur Versammlung eingeladen wurde. Sie warteten auf ihn, aber er kam nicht. Der Priester ging daraufhin zu ihm und teilte ihm mit, dass alle Väter auf ihn warteten, um mit der Sitzung zu beginnen. Der Hl. Mousa wollte aber nicht hingehen. Der Priester wiederholte, dass alle auf ihn warteten und er kommen müsse. Der Heilige nahm einen Sack mit einem kleinen Loch und füllte ihn mit Sand. Dann trug er ihn auf seinen Rücken und ging mit dem Priester mit. Als die Väter sahen, dass er einen großen Sack trug, dachten sie sich, dass das nicht der richtige Zeitpunkt sei, um etwas zu tragen. Alle fragten sich, was er da mit sich trägt. Einer der jungen Mönche ging zu ihm und sagte: „Mein Vater, gib mir das. Ich will es für dich tragen. Was trägst du da von deiner Zelle bis hierher?“ Da antwortete Anba Mousa: „Da sind meine Sünden, die hinter meinem Rücken herfallen, ohne dass ich sie sehe. Und ich bin hier, um jemanden anderen wegen seiner Sünde zu richten?“. Sie waren sehr erstaunt über seine Antwort, lösten die Versammlung auf und vergaben dem Mönchen. Sie sagten zum Mönch: „Das geht nur dich und Gott etwas an, nicht uns.“ Es gibt noch einen schönen Spruch vom Hl. Mousa, der besagt: „Der Verstand braucht immer diese vier Sachen: 1. Das ständige Gebet mit dem Herzen (das bedeutet die Anbetung mit dem Geist; nicht zu jederzeit und überall können wir Gott anbeten, aber es funktioniert immer mit dem Herzen); 2. Der Kampf gegen böse Gedanken; 3. Sich selbst als Sünder sehen; 4. Niemanden verurteilen.“ Diese vier Gebote ergänzen einander und lassen dich immer im Gebet und der Anbetung des Herzens sein. Aber wir können nicht immer beten. Dann kommt dir ein böser Gedanke und du musst gegen ihn ankämpfen. Der Gedanke kann dich entweder mit der Sünde oder der selbstbezogenen Rechtschaffenheit bekämpfen, wie zB.: „Es gibt niemanden wie dich in deiner Heiligkeit!“ Hier kommt dann das Gebot, dich als Sünder zu sehen, zum Einsatz. Wenn wir mit Selbst-Rechtschaffenheit bekämpft werden, kommt noch hinzu, dass wir anfangen, andere zu verurteilen. Da heißt es dann: Richte niemanden! Diese vier Gebote vervollständigen sich demnach als Ganzes. Ein weiterer Spruch vom Hl. Anba Mousa: „Wenn wir uns selbst richten, wird uns der Richter annehmen. Denn, als gutherziger Gott, freut Er sich über die Rückkehr des Sünders und befreit ihn von der Schuld der Sünde.“

Es gibt einen Heiligen namens Eshaya El Eskiti. Er war ein Mönchsvater, der als Mentor für die jungen Mönche galt. Er hatte für die Anfänger im Mönchtumsleben folgenden Ratschlag: Wenn du hörst, wie eine Person eine andere verurteilt, dann stimme ihm nicht zu, damit du Gott nicht verärgerst. Sondern sage demütig zu Ihm: „Vergib mir, denn ich bin ein Sünder, der selbst in diese Sünden steckt, die du erwähnt hast; ich ertrage es nicht, sie zu hören.“ Es ist gut nicht zu urteilen, aber du sollst auch nicht still sein, wenn jemand eine andere Person richtet, sondern sage zu dieser Person mit Demut und Weisheit: „Vergib mir, bitte. Die Sünden, mit denen du den abwesenden Mönch richtest, halte ich nicht aus zu hören, denn ich mache sie selbst.“ Dieser Ausdruck hat zwei positive Effekte: Der Mensch sagt demütig, dass er die gleichen Sünden macht. Gleichzeitig lässt er denjenigen, der richtet, auf sich selbst schauen und sagt ihm indirekt und in einer höflichen Art und Weise, dass er niemanden richten soll. Der Hl. Eshaya hat noch einen weiteren Spruch: „Lasse es nicht zu, dass du die Schwächen deines Bruders hörst oder ihn beschuldigst, sonst wirst du verderben.“ Selbst das bloße Hören sollst du vermeiden. Jemand könnte dir schlechte Sachen über eine Person erzählen. Höre dabei nicht zu! Denn so könnte das Böse zu deinem Herzen gelangen und du könntest ihn in deinem Herzen richten. Jemand, der Reue ablegt, wird natürlich nicht verderben, aber diese Sünde könnte schnell zur Gewohnheit werden. So wird sein Guthaben im Himmel immer weniger und am Ende könnte er verloren gehen.

Ein weiterer Ausdruck: „Wenn dir ein Bruder Unrecht tut, und ein anderer kommt und sagt etwas Schlechtes über ihn, dann bewache dein Herz gut davor.“ Sonst erneuert sich das Andenken an das Böse, das er dir angetan hat und führt bei dir zur Sünde: „Das Andenken an das Böse, das den Tod nach sich zieht.“ So wie wir im Versöhnungsgebet sagen: „Reinige uns von aller Befleckung, aller Heuchelei, jeder listigen Tat und vom Andenken an das Böse, das den Tod nach sich zieht.“ Wenn mir also jemand etwas Schlechtes tut, soll ich es vergessen und ihm vergeben, damit in meinem Herzen nichts (Schlechtes) ist. Es kann nämlich sein, dass sich das Andenken an das Böse, welches früher geschah, in mir erneuert und den Tod nach mir zieht. An dieser Stelle sagt der Ministrant: „Küsst einander mit einem heiligen Kuss.“, damit niemand etwas gegen jemanden in seinem Herzen hat. Denn wenn jemand Kommunion nimmt und das Böse gedenkt, ist er verurteilt, weil er nicht würdig an der Teilnahme ist. Er muss mit reinem Herzen am Sakrament teilnehmen. Deswegen sagt der Ministrant davor: „Betet für den vollkommenen Frieden, für die Liebe und für die reinen, heiligen, apostolischen Küsse.“ Der Friede, also für die Versöhnung und Liebe untereinander, und die heiligen apostolischen Küsse, also gemäß der Überlieferung der Apostel. Und heilige Küsse, weil sie ohne Begierde sind. Danach kommt:„Küsst einander mit einem heiligen Kuss.“

Ein weiterer Spruch vom Hl. Eshaya: „Wenn du dich mit deinen eigenen Sünden nicht genug beschäftigst, fällst du in die Sünden deines Bruders. Jemand, der niemanden richtet, hat die (spirituelle) Freude verdient. Wenn du sagst, dass diese Person gut und eine andere Person böse ist, hast du dich verdorben.“ Wir sollten andere auch nicht loben, damit wir nicht die Dämonen auf sie aufmerksam machen. Demnach ist nicht nur das Lästern schlecht. Wenn wir stets jemanden loben und darauf aufmerksam machen wie er toll ist, bringen wir den Teufel dazu, diese Person spirituell zu bekämpfen, um in die Sünde zu fallen. Ein weiteres Resultat wäre, dass wir jemanden voreilig gelobt haben. Dann sind wir enttäuscht und sagen: „Ich dachte er ist dies und jenes, dabei ist er gar nicht so.“ Also sollst du nicht voreilig sein, weder im Beschuldigen noch im Loben.

 

Es gibt einen weiteren Ausdruck von einem Mönchsvater einer Gemeinschaft von Mönchen namens Netria, in Damanhur, Ägypten, der besagt: „Es gibt nichts Besseres, als sich selbst in jeder Sache zu richten.“ Papst Theofilos ging einst zu jenem erfahrenen und alten Mönch und fragte ihn nach der größten Sache, die er in seinem Leben in der Wüste gelernt hat. Er antwortete ihm: „Das Größte ist, wenn der Mensch sich selbst richtet und sich in allem selbst beschuldigt.“ Also das genaue Gegenteil von dem, was wir machen. Das bedeutet, dass wir uns bei allem Schlechte selbst beschuldigen sollen und sagen: „Ich bin Schuld. Ich habe nicht mein Bestes gegeben. Ich liege falsch.“ Selbst wenn der andere falsch liegt, es gibt nichts Besseres als sich selbst zu unterweisen.

Es gibt eine weitere Geschichte eines Einsiedlervaters, dem Hl. Markus, der Ägypter. Die Einsiedler zu jener Zeit sind aufgrund ihrer starken Verbundenheit zum Einsiedlerleben nicht einmal in die Kirche gegangen; sie liebten das Einsiedlerleben zu sehr. Daher kam gelegentlich ein Priester zu ihnen, um die Hl. Messe in der Mönchszelle zu beten. Eines Tages kam ein Jugendlicher zum Hl. Markus und sagte: „Vater Markus, dein Priester hat den Geruch der Sünde in sich. Lass ihn nicht mehr die Hl. Messe bei dir beten.“ Da antwortete der Hl. Markus: „Mein Junge, alle Menschen lassen die Unreinheit draußen, aber du ließest sie in das Haus.“ Er will, dass seine Zelle und sein Herz rein sind. „Die Menschen bringen den Schmutz aus dem Haus raus, aber du bringst es zu mir rein.“ Die Sünde des Urteilens sollte also draußen gelassen werden. Als der Priester wieder kam, um die Hl. Messe zu beten, begann der Vater mit den Gedanken bekämpft zu werden, über das, was über den Priester gesagt wurde. Aber er lehnte sie ab und begegnete den Priester mit viel Liebe. Er bekämpfe also den bösen Gedanken und es war so, als wäre nichts Schlechtes in seinem Herzen.