Aus dem Buch “So Many Years With the Problems of People Part III” von S.H. Papst Shenouda III

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Seine Feinde Lieben

Frage: Was meinte unser Herr, als Er im Evangelium sagte: Liebt eure Feinde“ (Matthäus 5:44)? Und wie soll das gemacht werden?

Antwort: Einen Freund zu lieben ist nichts Außergewöhnliches und dies finden wir auch bei den Heiden und Ungläubigen. Aber seinen Feind zu lieben ist die höchste und nobelste moralische Tugend, die sich der Herr von uns wünscht. Er will, dass wir das Böse hassen, jedoch nicht diejenigen, die es tun. Wir sollen die Sünde hassen, aber nicht die Sünder selbst. Sünder sind nur Opfer von Missverständnissen oder Opfer des Teufels. Wir müssen sie lieben und für sie beten, damit sie aufhören so zu handeln.

Wie wir das tun sollen, ist in folgenden Punkten beschrieben:

  1. In unserem Herzen darf kein Hass gegenüber jemanden aufbewahrt sein, ganz gleich wieviel Schaden er/sie uns auch zugefügt hat. Denn im Herzen, wo die Liebe wohnt, darf kein Hass verbleiben.
  2. Man darf sich nicht darüber freuen, wenn der Person, die uns Schaden zugefügt hat, etwas Schlechtes passiert, denn die Bibel selbst lehrt uns über die Liebe: „Sie freut sich nicht über das Unrecht,“ (1. Korinther 13:6). Vielmehr sollen wir Mitleid mit unseren Feinden haben, wenn ihnen etwas Schlimmes zustoßt.
  3. Wir sollen Böses mit Liebe und Gutem vergelten und dadurch die Gefühle derjenigen verändern, die uns etwas Schlechtes tun wollen. So wie Johannes Chrysostomos sagte: „Es gibt einen Weg, um deinen Feind los zu werden, nämlich ihn zu deinem Freund zu machen.“
  4. Feindschaft mit Feindschaft zu begegnen führt nur dazu, die Situation noch mehr zu entflammen, und nichts dagegen zu tun führt dazu, dass sich nichts an der Situation ändert. Aber Feindschaft mit Liebe zu begegnen heilt sie und lässt sie verschwinden.
  5. Sprich auch nicht schlecht über deinen Feind, wenn die Feindschaft in seinem/ihrem Herzen zunimmt, sondern tue genau das Gegenteil. Wenn du in ihm/ihr etwas Gutes findest, lobe ihn/sie dafür, denn das kann dabei helfen, dass sich seine/ihre Gefühle dir gegenüber ändern.
  6. Wenn dein Feind in Schwierigkeiten steckt, biete ihm/ihr deine Hilfe an, denn die Bibel sagt: „Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken;“ (Römer 12:20).
  7. Die Bibel sagt auch: „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“ (Römer 12:21). Wenn du Feindschaft mit Feindschaft begegnest, hast du dich somit vom Bösen besiegen lassen. Wenn du sie aber mit Liebe begegnest, dann hast du das Böse mit dem Guten besiegt.

 

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