Aus dem Buch “So Many Years With the Problems of People Part III” von S.H. Papst Schenouda III

 

 

Der Neid

 

Frage: Glaubt das Christentum an die Existenz von Neid?

 

Antwort: Neid als ein Gefühl/eine Emotion existiert sehr wohl. Wir wissen beispielsweise, dass Kain auf seinen Bruder Abel neidisch war und dass Josef der Gerechte von seinen Brüdern beneidet wurde. Auch dass der Herr Jesus Christus von den jüdischen Priestern zum Tod ausgeliefert wurde, und das aufgrund ihrer Eifersucht. Am Ende vom Danksagungsgebet sagen wir auch: „Bewahre uns vor jedem Neid, jeder Versuchung, allen Werken des Satans.

 

Neid existiert also, jedoch glauben wir nicht an ein sogenanntes „Auge des Neides“! Einige Menschen glauben, dass es Personen gibt, die von Natur aus Neid in sich tragen: das heißt, wenn sie ihr neidvolles Auge auf jemanden werfen, wird derjenigen Person Unfälle zustoßen. Diese Menschen haben daher Angst vor „Personen mit neidvollen Augen“, von denen sie glauben, dass sie tatsächlich die Macht haben, Böses zu bewirken. Manchmal kommt es auch vor, dass diese Menschen die zahlreichen Segen, mit denen Gott sie so großzügig beschenkt hat, nicht preisgeben - und alles wegen der Angst vor dem Neid. Zusätzlich erfinden sie Geschichten über diese Art von Neid, welche auf einen abergläubischen Unsinn hinauslaufen. An diese Art von Neid glauben wir jedoch nicht und sehen sie als eine Art von Einschüchterung und ungute Verdächtigung.

Neid schadet nicht der Person, welche beneidet wird, sondern vielmehr der Person, welche Neid ausübt. Neid schadet nicht der Person, die beneidet wird; ansonsten wären alle, die jemals hervorragend waren oder führende Positionen hatten, dem Neid ausgesetzt und hätten Verluste erlitten. Ebenso wären alle, die einen bemerkenswerten Rang oder eine besondere Auszeichnung erhielten, eine Zielscheibe für Neid und wären von Katastrophen und Unglück befallen. Genau das Gegenteil trifft hier jedoch zu. Nämlich, dass diejenigen, die neidisch und innerlich eifersüchtig sind, ein elendes und unglückliches Leben führen. So wie der Poet einst sagte: „Ertrage geduldig die Arglist der Neider, denn deine Ausdauer wird sie vernichten; So wie das Feuer sich selbst verzehrt, wenn es nichts zum Verzehren findet.

 

Warum beten wir also, dass wir vor Neid bewahrt werden, wenn er keinen Schaden anrichtet? Wir beten nicht aus Angst vor dem sogenannten „Auge des Neides“, sondern dafür, dass Gott alle schädlichen Pläne und hinterlistigen Tricks, welche die Neider mit ihren bösartigen Herzen gegen uns ausführen könnten, zunichte macht. Als die Brüder von Josef neidisch auf ihn waren, warfen sie ihn in einen Brunnen, verkauften ihn als Sklaven und waren sogar kurz davor ihn zu töten. Kain tötete seinen Bruder Abel ebenfalls aus Neid. Als die Hohenpriester der Juden neidisch auf Jesus waren, verschworen sie sich gegen Ihn und lieferten Ihn aus, damit Er gekreuzigt wird.

 

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