Aus dem Buch “So Many Years With the Problems of People Part III” von S.H. Papst Schenouda III

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Meine finanziellen Bedürfnisse und das Geben des Zehnten

 

Frage: Ich konnte das ganze letzte Jahr den Zehnten nicht zahlen, und zwar wegen dem Druck der wirtschaftlichen Lage und meinen finanziellen Bedürfnissen. Was soll ich tun? Kann ich vom Geben des Zehnten entschuldigt werden?

 

Antwort: Du sollst den Zehnten zahlen, unabhängig davon wie deine finanzielle Situation aussieht. Hierzu würde ich dich gerne auf folgende wichtige Anmerkungen aufmerksam machen:

 

  1. Derjenige, der den Zehnten zahlt, obwohl er selbst in Nöten steckt, wird eine größere Belohnung bei Gott haben. Indem er das tut, stellt er andere vor seinem eigenen Wohlbefinden. Anders als eine Person, die ihren Zehnten zahlt und es sich problemlos leisten kann. Diese Person verspürt nicht, dass sie auf irgendein Bedürfnis verzichten muss, um für die Bedürfnisse der anderen zu sorgen. Wir können zudem bemerken, dass unser Herr Jesus Christus die arme Witwe, die lediglich zwei kleine Münzen hergegeben hat, lobte. Er sagte, dass sie wesentlich mehr als alle anderen in den Opferkasten gegeben hat: „Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.“ (Lk 21:4).  „sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.“ (Mk 12:44). Ebenso sollst du dich daran gewöhnen zu geben, auch wenn du selbst in Not bist - ob du nun von deinem Geld, deiner Zeit oder deiner Gesundheit gibst. Die zweite Bemerkung, auf die ich aufmerksam machen möchte, ist:
  2. Wenn du gibst, obwohl du selbst in Nöten bist, wird Gott das verbleibende Geld segnen. Wie oft sagt eine bedürftige Person: „Wenn mein ganzes Geld und mein ganzes Gehalt nicht mal für mich ausreicht, was würde dann passieren, wenn ich auch noch den Zehnten zahle - ein Zehntel von meinem Einkommen? Würden die neun verbleibenden Zehntel für mich ausreichen?!“ An dieser Stelle würde ich dir gerne sagen: Die neun Zehntel, die gesegnet werden, sind mehr als der ganze Anteil ohne Segen! Wenn du gibst, segnet Gott das restliche Geld und macht daraus viel mehr, als das ganze Geld ohne dem Segen des Zehnten. Er kompensiert es für dich und es wird dadurch gesegnet. Im Kontrast dazu stehen die vielen Menschen, die Wohlstand in Fülle haben und trotzdem das Gefühl haben, sie hätten nicht genug, weil ihr Wohlstand keinen Segen hat. Die dritte Bemerkung, die ich ansprechen möchte, ist:
  3. Gott braucht unsere Zehnten nicht, aber er trainiert uns und segnet uns durch sie. Er trainiert uns zu geben, einander zu lieben und auf Geld zu verzichten. Er trainiert uns auch, Glauben zu haben; dass Gott auch kleine Mengen segnet. Gott ist sehr wohl imstande für alle Bedürfnisse der ganzen Welt zu sorgen, ohne dass wir irgendetwas zahlen. Er ist es, der alle sättigt, von Seinen guten Gaben. Aber Er will, dass wir am Werk der Wohltätigkeit beteiligt sind, sodass wir am Segen dieses Werkes teilhaben können.
  4. Ich kenne deine finanziellen Umstände. Aber teste Gott und schau was passiert.

Die allgemeine Regel lautet:  „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“ (Mt 4:7). Wenn es aber um das Geben des Zehnten geht, sagt unser Herr: „Bringt den ganzen Zehnten…Ja, stellt mich auf die Probe damit, spricht der Herr der Heere, und wartet, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Übermaß auf euch herabschütte.“ (Maleachi 3:10). Teste es also und schau selbst, wie Gott dein Eigentum segnen wird und ob du noch bedürftig sein wirst. Oder ob es genau zum Gegenteil führt, dass Gott dir mehr und mehr geben wird. ABER: zahle den Zehnten nicht mit dem einzigen Zweck, mehr und mehr zu bekommen. Denn das ist nicht die richtige spirituelle Einstellung für das Geben. Gib den Zehnten, auch wenn du im Moment finanziell schwach bist. Denn wenn Gott die Ehrlichkeit in deinem Herzen bezüglich des Gebens gemeinsam mit der Liebe zu den anderen sieht, wird Er die Schleusen des Himmels öffnen, so wie Er es versprochen hat. Zahle es also und sage dabei: „Wer bin ich, Gott, dass du mir erlaubst, an den Bedürfnissen Deiner Kinder beteiligt zu sein!“ „Von dir kommt ja alles; und was wir dir gegeben haben, stammt aus deiner Hand...dir gehört alles.“ (1.Kor 29:14-16).  „Segne also das Wenige, das übrig geblieben ist, oh Herr, und lass es uns an nichts mangeln.“ Ein weiterer Punkt, den ich ansprechen will:

  1. Die Zehnten, die du nicht bezahlst, sind als deinen unrechtmäßigen Besitz anzusehen. Dieses unrechtmäßige Geld gehört dir nicht. Denn du hast den gerechten Eigentümern Unrecht getan - den Armen, die es verdienen. Es ist nicht dein Geld, welches du dir behalten darfst. Es ist das Eigentum des Herrn, welches du von Ihm gestohlen hast; daher sieht Gott es als unrechtmäßiges Eigentum an. Siehe dazu, was die göttliche Eingebung im Buch vom Propheten Maleachi sagt: „spricht der Herr der Heere…Darf der Mensch Gott betrügen? Denn ihr betrügt mich. Doch ihr sagt: Womit betrügen wir dich? - Mit den Zehnten und Abgaben!“ (Maleachi 3:7-8).
  2. Deswegen sagt der Herr: „Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons.“ (Lk 16:9). Was genau bedeutet dieser Satz? Mit dem Geld des Zehnten, welches du für dich selbst behältst, welches zu einem unrechtmäßigen Eigentum wurde, weil du den Armen damit Unrecht tust (indem du ihnen nichts davon gibst) - mit diesem Geld mache dir Freunde, die für dich beten und auf deren Gebete Gott antworten wird. Und genauso wie du sie von ihren Geldproblemen befreist, indem du den Zehnten zahlst, wird Gott dich auch von deinen finanziellen Problemen retten. Eine abschließende Bemerkung, die ich dir noch mitgeben möchte, ist:
  3. Die Zehnten, die du letztes Jahr nicht gezahlt hast, bist du immer noch schuldig! Du sollst sie bezahlen; Ratenzahlung ist hierbei kein Problem.

 

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